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Marieke Essers erhält Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Nr. 64a | 30.11.2018 | von Koh

Der Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Monika Kutzner Stiftung zur Förderung der Krebsforschung, würdigt Marieke Essers bahnbrechende Forschung zu blutbildenden Stammzellen und deren Aktivierung unter Stressbedingungen, beispielsweise nach Infektionen.

Marieke Essers
© Jutta Jung/DKFZ

Infektionen bedeuten Stress für den Körper: Das Immunsystem bekämpft die eingedrungenen Erreger, was mit hohen Verlusten an Blut- und Immunzellen einhergeht. Sind die Krankheitserreger erfolgreich eliminiert, muss der Körper die Zell-Verluste wieder ausgleichen. Das ist Aufgabe der adulten Blutstammzellen, die sich jedoch unter Normalbedingungen in einer Art „Schlafzustand" befinden. Marieke Essers möchte herausfinden, wie Infektionen oder auch Entzündungen über bestimmte Botenstoffe, sogenannte Zytokine, auf die schlafenden Blutstammzellen einwirken und sie zur Aktivität erwecken.

Damit will die Stammzell-Expertin Essers besser verstehen, wie der Körper nach Infektionen ein ausgeglichenes Blutbild wiederherstellen kann. Diese Frage ist auch für die Krebsforschung hoch relevant, denn Blutstammzellen teilen viele Gemeinsamkeiten mit Leukämie-Stammzellen: Deren „Schlafzustand" gilt als wichtigster Grund für Therapieversagen und eine Rückkehr der Erkrankung. Das Team von Marieke Essers will daher auch herausfinden, wie sich schlafende Leukämie-Stammzellen aktivieren und damit gegenüber einer Chemotherapie sensibilisieren lassen.

Marieke Essers wurde 2004 mit einer Arbeit auf dem Gebiet der Medizinischen Biologie am University Medical Center Utrecht in den Niederlanden promoviert. Als Postdoktorandin war sie zunächst am Schweizerischen Institut für experimentelle Krebsforschung in Lausanne tätig, ehe sie 2008 an das DKFZ wechselte. Seit 2009 leitet Essers die Nachwuchsgruppe „Stressinduzierte Aktivierung von Hämatopoetischen Stammzellen", die am DKFZ und am Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin (HI-STEM) angesiedelt ist. Erst kürzlich wurde Essers Forschung bereits mit dem renommierten Förderpreis der Chica und Heinz Schaller-Stiftung ausgezeichnet.

Der Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird seit 1998 jährlich verliehen und von der Monika Kutzner Stiftung gefördert. Er geht an junge Forscher, die herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung erbracht haben, und ist mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird bei einer Festveranstaltung der Akademie zum Einsteintag am 30. November verliehen.

Ein Bild der Preisträgerin steht zum Download zur Verfügung:
www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Essers_Marieke.jpg 

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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