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Mayerstiftung fördert Forschung zu Ewing-Sarkomen bei Kindern mit 1,5 Millionen Euro

Nr. 62 | 16.11.2018 | von Mat

In einem neuen Forschungsverbund wollen Wissenschaftler des „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg" (KiTZ) gemeinsam mit Arbeitsgruppen der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Westdeutschen Tumorzentrums Essen die Ewing-Sarkomforschung vorantreiben und Ansätze für neue Diagnose- und Therapieverfahren daraus ableiten. Die Gert und Susanna Mayer Stiftung fördert das Projekt, das über fünf Jahre laufen wird, mit 1,5 Millionen Euro.
Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg.

Ewing-Sarkom-Zellen sind klein, rund und undifferenziert. Sie lassen sich ohne molekulare Analysen nur schwer von anderen Tumorzellen abgrenzen, was die Diagnosestellung oft erschwert und verzögert.
© Grünewald/LMU München

Ewing-Sarkome sind nach Osteosarkomen die zweithäufigsten Knochentumoren im Kindes- und Jugendalter. Derzeitige Therapiestrategien führen bei etwa einem Drittel der Patienten zu Rückfällen – mit meist fatalem Ausgang. Obwohl das Verständnis über die Tumorbiologie des Ewing-Sarkoms in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, konnten die Heilungsraten bisher nicht relevant verbessert werden. Drei wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus Heidelberg, München und Essen, die zum klinischen Netzwerk des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) gehören, wollen das nun ändern: In dem so genannten „Translationalen Ewing-Sarkomforschungsverbund" wollen sie am Beispiel des Ewing-Sarkoms modellhaft erforschen, wie die angeborene genetische Vielfalt der Tumoren im Zusammenspiel mit erworbenen Genveränderungen den Krankheitsverlauf beeinflusst. Aus den Erkenntnissen ihrer Untersuchungen wollen sie Ansätze für die personalisierte Therapie von Tumoren im Kindes- und Jugendalter ableiten.

„Wir haben vor, einen Ewing-Sarkom-Genomatlas zu erstellen, der klinische, histologische sowie molekulargenetische Informationen von Ewing-Sarkomen und ähnlichen Tumoren umfasst", so Stefan Pfister, Direktor des Präklinischen Programmes am KiTZ, Abteilungsleiter am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und Oberarzt am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). Um Ansätze für eine mögliche Immuntherapie zu finden, charakterisieren die Forscher außerdem die Immunzellen, welche in Ewing-Sarkome einwandern, mit modernsten Technologien.

Aufgabe der Münchner Arbeitsgruppe wird es sein, mit Hilfe genetischer und epigenetischer Methoden die molekulare Vielfalt der Tumoren zu ergründen. „Wir werden nach Genen suchen, die bei der Vorhersage des Krankheitsverlaufes von Ewing-Sarkom-Patienten helfen können und eventuell als therapeutische Angriffspunkte in Frage kommen", erklärt Thomas Grünewald, Leiter der Max-Eder Nachwuchsgruppe für Pädiatrische Sarkombiologie am Pathologischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Das Essener Team kümmert sich währenddessen um die Identifizierung und Validierung von Biomarkern, die das Ansprechen auf die Therapie vorhersagen können. Ein Schwerpunkt wird die Identifizierung von Biomarkern aus den so genannten Flüssigbiopsien (Liquid Biopsy) sein. Das Team hat große Expertise in der Analyse von flüssigen Patientenproben wie Blut, Knochenmark oder Urin. „Tumoren hinterlassen ihre Spuren in diesen Körperflüssigkeiten. Wir wollen die Spuren mit Hilfe der Liquid Biopsy lesen lernen", so Uta Dirksen, Kinderonkologin, stellvertretende Direktorin der Kinderklinik III am Universitätsklinikum Essen und Leiterin der internationalen Cooperativen Ewing Sarkomstudiengruppe. „Auf diese Weise hoffen wir die Faktoren zu identifizieren, die zur Bildung von Mikrometastasen bei Ewing-Sarkomen führen".

Gefördert wird das Verbundprojekt, das über einen Zeitraum von fünf Jahren laufen wird und im November dieses Jahres startet, von der Gert und Susanna Mayer Stiftung. Sie stellt 1,5 Millionen Euro dafür zur Verfügung.

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Bildunterschrift:
Ewing-Sarkom-Zellen sind klein, rund und undifferenziert. Sie lassen sich ohne molekulare Analysen nur schwer von anderen Tumorzellen abgrenzen, was die Diagnosestellung oft erschwert und verzögert.

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Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)
Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg" (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg. Das KiTZ ist gleichzeitig Therapie- und Forschungszentrum für onkologische und hämatologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Es verfolgt das Ziel, die Biologie kindlicher Krebs- und schwerer Bluterkrankungen wissenschaftlich zu ergründen und vielversprechende Forschungsansätze eng mit der Patientenversorgung zu verknüpfen – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Krebskranke Kinder, gerade auch diejenigen, für die keine etablierten Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, bekommen im KiTZ einen individuellen Therapieplan, den Experten verschiedener Disziplinen in Tumorkonferenzen gemeinsam erstellen. Viele junge Patienten können an klinischen Studien teilnehmen und erhalten damit Zugang zu neuen Therapieoptionen. Beim Übertragen von Forschungserkenntnissen aus dem Labor in die Klinik übernimmt das KiTZ damit Vorbildfunktion.

Während im KiTZ die kinderonkologische Expertise gebündelt ist, konzentriert sich das 2004 gegründete Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg auf die Erwachsenenonkologie. Beide Heidelberger Einrichtungen orientieren sich in Art und Aufbau am US-amerikanischen Vorbild der so genannten "Comprehensive Cancer Centers" (CCC).

Das KiTZ mit neuem Webauftritt
Unter www.kitz-heidelberg.de sind ab sofort umfassende Informationen für Patienten und Angehörige, Ärzte und Wissenschaftler sowie für Unterstützer des KiTZ verfügbar. Auch das Corporate Design des KiTZ wurde leicht angepasst. Ein eigener Webshop sowie eine Facebookseite sind in Planung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum-heidelberg.de

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