Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gips-Schüle-Nachwuchspreis an Lorenz Adlung

Nr. 39c2 | 09.07.2018

Am 9. Juli 2018 verleiht die Stuttgarter Gips-Schüle-Stiftung ihren mit insgesamt 17.500 Euro dotierten Nachwuchspreis im Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Jury, zu der unter anderem der ehemalige Wissenschaftsminister Prof. Peter Frankenberg gehört, entschied sich in diesem Jahr für Lorenz Adlung. Als Doktorand im DKFZ hatte Adlung herausgefunden, wie die Steuerung der Blutbildung Therapien gegen Blutkrebs und Blutarmut ermöglicht. Dafür erhält er den ersten Preis in Höhe von 10.000 Euro. Mit dem Preis honoriert die Gips-Schüle-Stiftung jährlich herausragende Doktorarbeiten in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aus Baden-Württemberg.

Preisträger Lorenz Adlung
© privat

Lorenz Adlung hat seine Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Abteilung Systembiologie der Signaltransduktion angefertigt. Mit seiner Forschung konnte er grundlegende Mechanismen bei der Bildung roter Blutzellen zu identifizieren und die individuelle Blutbildung von Patienten computergestützt vorhersagen.

Dabei hat er zwei Einflussfaktoren auf die Vorläuferzellen roter Blutkörperchen und damit auf die Blutbildung untersucht: Zum einen analysierte er, wie verschiedene Wachstumsfaktoren, etwa das Hormon Erythropoetin, die unterschiedlichen Stadien roter Blutzellen beeinflussen. Zum anderen untersuchte er, wie sich unterschiedliche Mengen verschiedener Proteine in den Blutvorläuferzellen auf deren Teilungsverhalten auswirken.

Dadurch gelang es ihm, Angriffspunkte zu identifizieren, an denen neuartige Krebstherapien ansetzen könnten. Seine Ergebnisse weckten bereits das Interesse eines Pharmaherstellers, der durch Investitionen in die Forschung die Entwicklung personalisierter Krebstherapien vorantreiben will. Zudem könnten auf seinen Ergebnissen auch neue Therapien gegen Blutarmut aufbauen.

Lorenz Adlung forscht heute am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel.

Die Gips-Schüle-Stiftung fördert Forschung, Nachwuchs und Lehre in Baden-Württemberg. Sie wurde 1965 mit dem Vermögen der Familie Schüle gegründet, das diese seit 1870 durch Gipsabbau in der Region erwirtschaftet hatte. Die Stiftung finanziert Professuren, vergibt Stipendien, schreibt Forschungs- und Nachwuchspreise aus und engagiert sich in der Nachwuchsförderung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).

Mit dem Gips-Schüle-Nachwuchspreis honoriert die Stiftung zum dritten Mal herausragende Doktorarbeiten in den MINT-Fächern aus Baden-Württemberg. Die Gewinner werden nach den Kriterien Innovationspotenzial und Anwendungsbezug im Bereich Technik für den Menschen ausgewählt.

Die Plätze zwei und drei des diesjährigen Preises und somit jeweils 5.000 und 2.500 Euro gehen an Edda Bilek vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und an Axel Loewe vom Karlsruher Institut für Technologie.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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