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Europäische Spitzenförderung für DKFZ-Forscherin

Nr. 09 | 14.02.2018 | von Koh

Mit seinen „ERC-Consolidator Grants" unterstützt der Europäische Forschungsrat (ERC) exzellente Wissenschaftler beim Ausbau ihrer unabhängigen Karriere. Ana Martin-Villalba vom Deutschen Krebsforschungszentrum kann sich nun über diese prestigeträchtige ERC-Förderung freuen. Mit den zwei Millionen Euro Fördermitteln will die Wissenschaftlerin erforschen, wie auch im erwachsenen Gehirn nach Verletzungen oder Krankheiten Reparaturprozesse angeregt werden können. Um die untergegangenen Hirnzellen zu ersetzen, will Martin-Villalba das Entwicklungspotenzial der Stammzellen im Gehirn gezielt aktivieren.

Ana Martin-Villalba
© Tobias Schwerdt/DKFZ

Unser Gehirn besteht aus zahlreichen verschiedenen Typen von Nervenzellen und einer Vielzahl verschiedener Gliazellen, die wichtige unterstützende und regulierende Aufgaben übernehmen. Während die Hirnstammzellen beim Embryo diese Vielfalt an Zelltypen hervorbringen, gelingt dies im erwachsenen Gehirn nicht mehr. Obwohl die Vorläuferzellen anwesend sind, können sie sich nicht mehr zu den verschiedenen Zellarten ausdifferenzieren.

Warum das so ist, will Ana Martin-Villalba nun herausfinden. Die Wissenschaftlerin hat während ihrer gesamten wissenschaftlichen Karriere die Möglichkeiten erforscht, Reparaturprozesse im Zentralnervensystem (ZNS) anzuregen. Kürzlich erst hatte sie herausgefunden, dass Verletzungen des ZNS in den Hirnstammzellen eine charakteristische Änderung der Genaktivität zur Folge haben. Dies lässt die Stammzellen aus dem Schlafzustand aufwachen, mit dem sie sich normalerweise vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Darüber hinaus werden durch die Verletzung bestimmte entwicklungsbiologisch wichtige Genverstärker aktiviert, die normalerweise durch epigenetische Markierungen stillgelegt sind.

Mit ihrer vom ERC geförderten Arbeit will Martin-Villalba erforschen, wie diese Genverstärker genutzt werden können, um in den Stammzellen das komplette Entwicklungsprogramm anzuregen, das zur Vielfalt an ausgereiften Gehirnzellen führt. Die Herausforderung dabei ist, so spezifisch vorzugehen, dass nicht durch übermäßige Aktivierung Krebs ausgelöst wird.

Mithilfe modernster Techniken plant Ana Martin-Villalba, die Entwicklungslinien einzelner Stammzellen nachzuverfolgen. Das Ziel ist, die Gehirnstammzellen so zu beeinflussen, dass sie durch Verletzungen oder Krankheiten zerstörte Gehirnbereiche wiederherstellen.

Ana Martin-Villalba studierte Medizin an der Universität Murcia in Spanien und in Leeds, Großbritannien. Sie schloss ihr Studium 1995 ab und erhielt ihren Doktortitel im Jahr 1998 von der Universität Heidelberg, wo sie die Rolle von Todesliganden (CD95L, TNF und TRAIL) bei der Apoptose im menschlichen Gehirn nach einem Schlaganfall untersucht hatte. Nach ihrer klinischen Tätigkeit am Universitätsklinikum Heidelberg und ihrer Tätigkeit als Projektleiterin in der Abteilung von Peter Krammer am Deutschen Krebsforschungszentrum baute Ana Martin-Villalba 2006 die Juniorgruppe Molekulare Neurobiologie am DKFZ auf, die 2011 in eine Abteilung überführt wurde.

Für ihre Forschungsergebnisse wurde sie bereits mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Nachwuchspreis, dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie mit dem Walther und Christine Richtzenhain-Preis ausgezeichnet.

Ein Bild von Ana Martin-Villalba steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2018/bilder/Martin_Villalba_Ana.jpg

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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