Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Harald zur Hausen wird Ehrenbürger der Stadt Heidelberg

Nr. 50c | 10.10.2017 | von Koh

Der langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Nobelpreisträger für Medizin 2008 wird Ehrenbürger der Stadt Heidelberg. Harald zur Hausen wird bei einer Feierstunde am Donnerstag, 7. Dezember 2017, im Rathaus mit der höchsten Auszeichnung der Stadt Heidelberg geehrt.

Harald zur Hausen
© DKFZ / Jutta Jung

„Von der Forschung und den bahnbrechenden Erkenntnissen von Harald zur Hausen profitieren viele Millionen Menschen rund um den Globus. Durch sein langjähriges Wirken in unserer Stadt hat er Heidelberg zum deutschen Vorreiter in der Krebsforschung gemacht. Harald zur Hausen ist in der ganzen Welt ein herausragender Repräsentant des Forschungs- und Wissenschaftsstandortes Heidelberg", sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner bei der Bekanntgabe der Auszeichnung am 9. Oktober 2017.

Zur Hausen entwickelte von 1983 bis 2003 als Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes das DKFZ zu einem weltweit renommierten Forschungszentrum. In den 80er Jahren erkannte er, dass Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird. Seine Forschung hat es ermöglicht, einen Impfstoff gegen eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen zu entwickeln – die erste gezielte Impfung gegen eine Krebsart.

Für seine wegweisende Forschung erhielt er 2008 den Nobelpreis für Medizin. Zur Hausen brachte zudem das 2004 gegründete Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) – ein Kooperationsprojekt von DKFZ, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberger Thoraxklinik und Deutscher Krebshilfe – maßgeblich mit auf den Weg. Der 81-Jährige ist Träger zahlreicher nationaler und internationaler Preise.

Harald zur Hausen wurde 1936 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte Medizin an den Universitäten Bonn, Hamburg und Düsseldorf, wo er auch promovierte. Er arbeitete am Institut für Hygiene und Mikrobiologie in Düsseldorf und am Children's Hospital in Philadelphia, war Oberassistent am Institut für Virologie der Universität Würzburg und leitete als Professor und Gründungsdirektor das Institut für Virologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1977 wurde er auf den Lehrstuhl für Virologie an die Universität Freiburg berufen, ehe er 1983 nach Heidelberg an das DKFZ wechselte.

Höchste Auszeichnung der Stadt Heidelberg

Das Ehrenbürgerrecht wird seit 1819 verliehen. Geehrt werden Personen, „die sich in hervorragender und beispielhafter Weise um ihre Mitmenschen, um das Gemeinwohl, um unsere Stadt und ihr Ansehen verdient gemacht haben". Die Auszeichnung ist nicht auf Heidelberger Bürger beschränkt. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat mit Zweidrittelmehrheit. Zuletzt wurde 2012 die langjährige Oberbürgermeisterin Beate Weber-Schuerholz geehrt. Sie ist die einzig lebende Ehrenbürgerin.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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