Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schwanger werden während einer Brustkrebstherapie? Besser nicht.

Nr. 12 | 13.03.2017 | von jg

An Brustkrebs erkrankte Frauen sollten während der Therapiephase eine Schwangerschaft möglichst vermeiden. Zum einen können Antihormon-, Strahlen- oder Chemotherapie das werdende Kind schädigen. Zum anderen kann der Behandlungserfolg gefährdet sein, wenn die Krebstherapie aufgrund einer Schwangerschaft unterbrochen werden muss. Daher empfehlen nationale* und internationale Fachgesellschaften eine sichere Schwangerschaftsverhütung. Aber welche Verhütungsmethode ist in dieser Situation richtig und worauf ist zu achten? Diese und weitere Fragen, auch zum Thema Familienplanung nach Brustkrebstherapie, beantwortet der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums täglich von 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr telefonisch unter 0800-420 30 40.

Kondome: Als Verhütungsmethode bei Brustkrebstherapie unkritisch - aber nicht sehr sicher
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Nicht empfohlen: Hormonelle Verhütung
Fest steht: Um während der Brustkrebstherapie den Behandlungserfolg nicht zu gefährden, ist eine sichere Schwangerschaftsverhütung wichtig. Bisher gibt es zu wenige Daten, um abschätzen zu können, inwieweit das Rückfallrisiko durch hormonelle Verhütungsmethoden beeinflusst wird. Die Empfehlungen der Fachgesellschaften beruhen vor allem auf grundsätzlichen Überlegungen, da das Wachstum von Brustkrebs häufig hormonabhängig ist. „Bei Anwendung von hormonellen Verhütungsmethoden besteht die Gefahr, dass der Tumor zum Wachsen angeregt wird. Auf Pille, Hormonpflaster oder -spirale sollte daher möglichst verzichtet werden", erläutert Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Unkritisch
Hinsichtlich des Rückfallrisikos unbedenklich sind hormonfreie Intrauterinpessare („Kupfer-Spirale", „Kupfer-Kette"). Darüber hinaus können Barriere-Methoden wie Kondome oder Diaphragma eingesetzt werden – allerdings mit Abstrichen hinsichtlich der Sicherheit. Ein irreversibler operativer Eingriff wie eine Eileiter-Unterbindung kommt nur für Patientinnen in Frage, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben.

Vorsicht geboten
Die psychischen und physischen Belastungen, die mit einer Krebserkrankung verbunden sind, können dazu führen, dass die Monatsblutung längere Zeit ausbleibt. Das muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass eine Empfängnis nicht möglich ist. Gerade bei jüngeren Frauen unter 40 Jahren setzt die Monatsblutung in etwa 40 Prozent der Fälle nach einer Chemotherapie wieder ein. Wann dies geschieht, ist individuell verschieden. Für Frauen mit langjähriger Antihormontherapie gilt: Da der Eisprung nicht unterdrückt wird, muss eine zusätzliche – nicht hormonelle – Verhütungsmethode zum Einsatz kommen, um eine Schwangerschaft auszuschließen.

Die „Pille danach"
Kommt es zu einer Verhütungspanne, kann auch bei Brustkrebspatientinnen die Pille danach verwendet werden – und das, obwohl es sich um ein Hormonpräparat handelt. Diese einmalige Hormonbehandlung wird in diesem Fall in Kauf genommen, um das größere Risiko einer ungewollten Schwangerschaft zu vermeiden.

Apropos Sicherheit
Der Pearl-Index ist ein Richtwert, der Aufschluss über die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode gibt. Ein Kondom hat bei Frauen beispielsweise den Index 5-21. Das heißt, bei Verwendung von Kondomen über zwölf Monate werden von 100 Frauen 5 bis 21 schwanger. Das Diaphragma hat einen Pearl-Index von 6-12. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Zahlenwert, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Die Kupferspirale schützt mit einem Pearl-Index von 0,6-0,8 im Vergleich zum Kondom oder dem Diaphragma daher deutlich besser vor einer ungewollten Schwangerschaft.

* Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO)/ Kommission Mamma online unter www.ago-online.de/de/infothek-fuer-aerzte/leitlinienempfehlungen/mamma/

Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da.
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Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet alle Fragen rund um das Thema Krebs – am Telefon (0800-420 30 40), per E-Mail (krebsinformationsdienst.de) sowie in persönlichen Sprechstunden in Heidelberg und Dresden. Das geschulte Ärzteteam geht mit fundierten fachlichen Informationen auf individuelle Fragen ein. Die Internetseite www.krebsinformationsdienst.de liefert aktuelles Wissen, nützliche Tipps und Adressen. Mit eigener Telefonnummer (0800-430 40 50) und E-Mail-Adresse (kid.med@dkfz.de) ist der KID auch Anlaufstelle für medizinische Fachkreise. Der Krebsinformationsdienst ist ein kostenfreies Angebot des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er kann daher unabhängig informieren, frei von Interessenkonflikten und ohne Werbung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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