Studie zur Identifizierung von Faktoren, die das erbliche Brust- und Eierstockkrebsrisiko modifizieren

Frauen mit Mutationen in den BRCA1- und BRCA2-Genen haben hohe Risiken, im Laufe ihres Lebens an Brust-oder Eierstockkrebs zu erkranken. Die meisten, jedoch nicht alle Frauen mit BRCA-Mutationen erkranken an Brust- oder Eierstockkrebs, und diejenigen, die erkranken, unterscheiden sich beträchtlich sowohl im Alter bei der Brustkrebsdiagnose als auch in der Körperseite, an welcher der Tumor auftritt. Diese interindividuelle Variabilität tritt sogar bei verwandten Frauen auf, die alle die gleiche Mutation tragen. Darüber hinaus gibt es auch erhebliche Unterschiede in den Krebsrisiken bei verschiedenen Bevölkerungen. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass die mit BRCA-Mutationen assoziierten Brust- und Eierstockkrebsrisiken nicht bei allen Mutationsträgerinnen gleich sind und es folglich Faktoren geben muss, die diese Risiken modifizieren. Diese zu kennen ist von großer Bedeutung für die Vorsorge und die Betreuung von Frauen, die eine hohe Anfälligkeit für erblichen Brustkrebs haben.

Wir führen Studien in Polen durch, die zum Ziel haben, „Anfälligkeitsgene“ zu identifizieren, die das Risiko von BRCA1-Mutationsträgerinnen, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, beeinflussen. In einer Studie wurden mittels des Kandidatengenansatzes Genvarianten identifiziert, die sich bei Frauen mit einer BRCA1-Mutation noch zusätzlich auf das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, auswirken. So hatten Frauen mit einer Variante im Prohibitin-Gen (Jakubowska et al., 2007a) oder einer Variante in der Methylentetrahydrofolat-Reduktase (Jakubowska et al., 2007b) ein 2-fach erhöhtes Brustkrebsrisiko, wohingegen Frauen mit einer Variante in der β3-Untereinheit des Integringens ein 2,5-fach erhöhtes Eierstockkrebsrisiko aufwiesen (Jakubowska et al., 2007c). Eine neue Studie zur genomweiten Suche nach risikomodifizierenden Genvarianten wird derzeit durchgeführt.

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