Studie zum Hormontherapie (HT)-assoziierten Brustkrebsrisiko

In Deutschland werden Hormonpräparate zur Substitution bei Östrogenmangel, wie z.B. Beschwerden der Wechseljahre als Folge einer nachlassenden ovarialen Östrogenproduktion und nach operativer Entfernung der Eierstöcke zur Vorbeugung und Verzögerung einer durch Östrogenmangel bedingten Osteoporose und zur Vorbeugung und Behandlung von durch Östrogenmangel bedingten Rückbildungserscheinungen der Harn- und Geschlechtsorgane, verschrieben. Die Ergebnisse mehrerer Studien haben jedoch belegt, dass bei postmenopausalen Frauen unter HT vermehrt Brustkrebs auftritt. Diese Ergebnisse weisen auf einen kausalen Zusammenhang mit einer HT hin.

Wir sind an einer Studie beteiligt, welche die molekulare Grundlage des HT-assoziierten Brustkrebsrisikos erforscht. Im Rahmen dieses Projekts sollen konstitutionelle Faktoren sowie Kombinationen von Faktoren identifiziert werden, die ein Brustkrebsrisiko bei Frauen in den Wechseljahren nach Einnahme von Hormonpräparaten vorhersagen können. Es soll die Rolle von exogenen Faktoren wie z.B. Rauchen, Alkoholkonsum, Schwangerschaften und HT bei der Entstehung von Brustkrebs geklärt, der Einfluss der Hormonsubstitution differenziert nach Art und Anwendungsdauer der verwendeten Substanzen sowie histologischen Tumortypen unter Berücksichtigung modifizierender Faktoren bestimmt und der Einfluss von konstitutionellen Unterschieden in Genen, die an der Hormonbiosynthese, der hormonvermittelten Signalübertragung und der Verstoffwechselung von Hormonpräparaten beteiligt sind, bestimmt werden. In Zusammenarbeit mit der MARIE- (Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung) und der GENICA-Gruppe wurden mehr als 150 Genvarianten hinsichtlich eines modifizierenden Effekts auf das HT-assoziierte Brustkrebsrisiko analysiert. Die ersten Auswertungen sind vielversprechend und weisen auf einen modifizierenden Effekt von zahlreichen Genvarianten hin. Die Identifizierung von Gen-HT-Interaktionen wird zur Klärung des HT-assoziierten Brustkrebsrisikos beitragen und damit ein wichtiger Bestandteil zukünftiger ärztlicher Beratungen von Frauen in den Wechseljahren hinsichtlich der Einnahme von HT sein.

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