Kryokonservierung im DKFZ

Die Kryokonservierung im Haus hat den großen Vorteil, dass wir sehr flexibel sind und auf aktuell vorhandene Tiere zurückgreifen können. Dadurch werden mögliche „Kryokonservierungszuchten“ weitgehend vermieden.
Bisher wurden mehr als 600 mutante Mauslinien mit über 260.000 kryokonservierten Embryonen und 12.000 Spermatozoenproben gesichert. Müssten diese Linien in reiner Erhaltungszucht bleiben, so entspräche dies einem zusätzlichen Tierverbrauch von etwa 1000.000 Tieren im Jahr oder der permanenten Belegung von mindestens 1.000 Käfigen.
DieKryokonservierung leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz und zu den „3-R“-Postulaten von Russell und Burch.

Die Spendertiere werden in den meisten Fällen aus hygienischen Gründen im ursprünglichen Haltungsbereich gehalten. Die kryokonservierten Proben lagern in entsprechenden Behältern an unterschiedlichen Orten. Vorhandene kryokonservierte Linien kann man z.T. dem TIERBASE entnehmen oder bei uns erfragen. In Kooperation mit anderen Abteilungen des Hauses wurde eine umfangreiche Datenbank aller im DKFZ vorhandenen mutanten Linien aufgebaut, die auch mit der Publikationsdatenbank verlinkt ist.
Die AG Kryokonservierung ist Referenzlabor der Gesellschaft für Versuchstierkunde und Mitglied der Gemeinschaft Deutscher Kryobanken e.V.

Auftragsformulare zur Kryokonservierung erhalten Sie über das Kontaktformular oder über das Intranet: Wissenschaftliche Services - Core Facilities - Tierhaltung.

Förderung

Unsere Arbeit wird durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (ZEBET), das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Gemeinschaft Deutscher Kryobanken unterstützt.

Publikationen

Wayss K, Klefenz M, Schenkel J (2005): Cryopreservation of transgenic mouse embryos – an eight years experience. J Exp Anim Sci 43 (2), 69-85

Schenkel J (2006): Transgene Tiere, 2. Auflage. Lehrbuch, Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, ISBN 978-3-540-28267-9

Renner-Müller I, Schenkel J, Aigner B (2007) Typen gentechnisch veränderter Tiere. Versuchstierkundliche Informationen der Gesellschaft für Versuchstierkunde, elektronische Publikation

Schwab A, Schenkel J (2008a): Collection, Cryopreservation, Storage And Revitalization Of Transgenic Mouse Embryos. Cold Spring Harb. Protoc.; doi:10.1101/pdb.prot5111

Schwab A, Schenkel J (2008b): Factors influencing the Yield of Transgenic Mouse Embryos for Cryopreservation. Scand J Lab Anim Sci. 35(4), 1-13

Diercks AK, Schwab A, Rittgen W, Kruspel A, Heuss E, Schenkel J (2010): Environmental influences on the production of pre-implantation embryos. Theriogenology 73, 1238-1243

Schenkel J (2010): Cryopreservation of transgenic mice and the 3Rs. BfR expert workshop on “Implementation and enforcement of the 3Rs principle in the field of transgenic animals used for scientific purposes”. ALTEX 27 (2):132

Iglauer F, Kluge R, Davidson J, Schenkel J, Renner-Müller I, Reifenberg K (2010): Tierschutzrechtliche Einordnung induzierbarer Transgen- und Knock-out-Systeme Versuchstierkundliche Informationen der Gesellschaft für Versuchstierkunde, elektronische Publikation http://www.gv-solas.de/auss/gen/gen-einordnung.pdf
 

Staudt M, Trauth J, El Hindi I, Galuschka C, Sitek D, Schenkel J (2012). Managing major data of genetically modified mice – from scientific demands to legal obligations. Transgenic Res 21(5), 959-966.

Diercks AK, Schwab A, Bürgers H F, Schenkel J (2012) Improved assessment of frozen/thawed mouse spermatozoa by using fluorescence microscopy. J Vet Sci 13(3), 315-322.

Ramin M, Bürger A, Hörlein A, Kerkau D, v. Walcke-Wulffen V, Nicklas W, Schenkel J (2014) Stability of cryopreserved samples of mutant mice. Biopreserv Biobank 12(5), 343-350.

Ramin M, Denk N, Schenkel J (2015) The role of diet and housing-temperature in the production of genetically modified mouse embryos and their developmental capacity after cryopreservation. Theriogenology 84, 1306-1313

Hose K, Galuschka C, Sitek D, Schenkel J (2016) Haltung gentechnisch veränderter Tiere der Risikogruppe 1: Möglichkeiten der Aufzeichnungen nach dem Gentechnikrecht mittels Datenbanken. Fachinformation der Gesellschaft für Versuchstierkunde, elektronische Publikation http://www.gv-solas.de/fileadmin/user_upload/pdf_publikation/Genetik/20160815gen_risikogruppe1.pdf

nach oben