Erläuternde Texte

Der Aufbau der erläuternden Texte zu den einzelnen Krebslokalisationen folgt stets demselben Schema:

  • Beschreibung der Entwicklung der Sterblichkeit. Zur Einordnung in das Gesamtgefüge der Krebslandschaft wird zunächst Bezug genommen auf den prozentualen Anteil an der gesamten Krebssterblichkeit, wie er in dem Übersichtskapitel Die Krebsmortalität im Überblick in Histogrammdarstellung wiedergegeben ist. Es wird die säkulare Entwicklung der Sterblichkeit während des Zeitraumes, für den die Daten zur Verfügung stehen (zumeist 1952 - 1995) beschrieben, sowie ggf. auf Besonderheiten in der Entwicklung der zusätzlich dargestellten einzelnen Altersbereiche (35 - 64-Jährige, 65-Jährige und darüber) hingewiesen. Am Ende werden jeweils die altersstandardisierten Mortalitätsraten für Männer und Frauen in den beiden Teilen Deutschlands für das Jahr 1990 im Hinblick auf den folgenden Vergleich mit anderen Ländern Europas und der Welt explizit angegeben. Obwohl die deutschen Daten bis zum Jahr 1995 vorliegen, wurde an dieser Stelle Bezug genommen auf die Werte von 1990, da nicht für alle zum Vergleich herangezogenen Länder bei der Erstellung des Atlas neuere Daten zur Verfügung standen.


  • Internationaler Vergleich. Um einen Eindruck zu bieten, in welchem Bereich sich die Sterblichkeit an der jeweiligen Krebsart innerhalb Europas bewegt, sind die jeweils höchsten und niedrigsten Sterblichkeitsraten für die beiden Geschlechter im Jahre 1990 angegeben. Außerdem werden für einen außereuropäischen Vergleich, ebenfalls für das Jahr 1990, die altersstandardisierten Sterblichkeitsraten in den USA sowie in Japan angegeben.


  • Relative Fünfjahres-Überlebensraten. Die relativen Fünfjahres-Überlebensraten wurden aus der Auswertung des Robert-Koch-Instituts übernommen, die auf der Grundlage der Krebsregisterdaten der ehemaligen DDR im Osten und des Saarlandes im Westen erstellt wurden (siehe den obigen Abschnitt Datenmaterial). Sie sind ein Maß für denjenigen Anteil der Sterblichkeit unter an Krebs erkrankten Personen, der fünf Jahre nach der Krebsdiagnose unter Berücksichtigung des Alters über die aus der Gesamtbevölkerung zu erwartende Sterblichkeit hinausgeht. Eine relative Fünfjahres-Überlebensrate von 100 % bedeutet demnach, daß unter den an Krebs Erkrankten dieselbe Sterblichkeit herrscht wie in der Allgemeinbevölkerung, eine Rate von 50 % bedeutet, daß die Sterblichkeit doppelt so hoch ist wie in der Allgemeinbevölkerung (Estève 1994).


  • Inzidenzzahlen. Referiert werden die altersstandardisierte Inzidenzrate zu der jeweiligen Krebsart aus den veröffentlichten Daten des Krebsregisters der ehemaligen DDR im Jahr 1989 für den Osten (Möhner et al.1994) sowie der Dreijahresdurchschnittswert der Jahre 1988 - 1990 aus den Daten des Krebsregisters des Saarlandes für den Westen (Statistisches Landesamt Saarland 1992). Soweit dies möglich ist, wird ein Hinweis gegeben, welche säkulare Entwicklung auf der Grundlage der in den genannten Publikationen verfügbaren Daten erkennbar ist. Da ein großes Interesse an Anhaltspunkten für die jährliche Zahl an Krebsneuerkrankungen besteht, genaue Zahlen hierfür jedoch aufgrund des Fehlens flächendeckender Krebsregister in Deutschland nicht vorliegen, werden schließlich die vor einiger Zeit veröffentlichten Hochrechnungen des Robert-Koch-Instituts (Schön et al. 1995) aufgeführt.


  • Beschreibung der kartographischen Darstellungen. In einem kurzen Abschnitt wird auf die in den Karten abgebildete regionale Verteilung der Sterblichkeit eingegangen und auf eventuelle Besonderheiten hinsichtlich räumlicher Muster oder Unterschieden zwischen den wiedergegebenen Zeiträumen aufmerksam gemacht.


  • Risikofaktoren. Dieser Textteil soll eine kurzgefaßte Übersicht über den gegenwärtigen Stand des Wissens zu bekannten oder vermuteten Risikofaktoren sowie eine Auswahl weiterführender Literatur an die Hand geben.


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