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Darstellungsmethoden

Altersstandardisierte Inzidenz- und Mortalitätsraten

Die Vergleichbarkeit der Daten aus den verschiedenen Landkreisen und Kalenderjahren mit ihren unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen und Altersstrukturen wird hergestellt, indem altersbereinigte Raten, sogenannte "altersstandardisierte Mortalitätsraten" (ASR) berechnet werden. Es handelt sich dabei mathematisch um einen gewichteten Mittelwert über in einzelnen Fünfjahresaltersgruppen berechneten altersspezifischen Raten (AMRi), wobei mit einer Standardbevölkerung (wi) gewichtet wird. Der dabei entstehende Wert gibt die Mortalität an, die in der jeweiligen Region herrschen würde, wenn dort die Altersstruktur der Standardbevölkerung vorliegen würde.


© dkfz.de

wobei ci die Anzahl der Todesfälle pro Jahr und ni die Größe der Wohnbevölkerung zur Jahresmitte, jeweils in der i-ten Altersgruppe, bezeichnet.

Im Hinblick auf die Vergleichbarkeit dieser Daten mit dem Vorgängeratlas sowie mit anderen international verfügbaren Daten wurde als Standardbevölkerung wieder die sogenannte "Segische Weltbevölkerung" verwendet (siehe z.B. Becker 1997). Auf die im Vorgängerwerk angegebene "kumulative Mortalitätsrate", die als direkte Risikoangabe an sich sehr anschaulich ist, sich jedoch international nicht durchgesetzt hat, wurde aus Platzgründen verzichtet.



Standardabweichung

Als Maß für die "Genauigkeit" der altersstandardisierten Mortalitätsraten wird in den Tabellen jeweils die Standardabweichung angegeben. Sie entsteht aus der Varianz, die nach der folgenden Formel berechnet wird:


© dkfz.de

Aus der Varianz erhält man die Standardabweichung durch Wurzelbildung:


© dkfz.de

Bei hinreichend großen Fallzahlen (N ≥ 30) kann daraus leicht ein 95 % - Konfidenzintervall um die ASR ausgerechnet werden nach der Formel

(ASR - 1.96 × SE, ASR + 1.96 × SE).

Für kleinere Fallzahlen ist dieses Verfahren nicht zulässig. Dies ist der Grund dafür, daß in den Tabellen nicht grundsätzlich direkt das Konfidenzintervall angegeben ist (Estève 1994).

Mit Hilfe der Konfidenzintervalle kann beurteilt werden, ob zwischen zwei Regionen bzw. zwischen einer Region und einer übergeordneten Einheit (z.B. Bundesland oder Deutschland insgesamt) ein statistisch signifikanter Unterschied besteht. Dies ist beispielsweise dann gegeben, wenn sich die beiden Konfidenzintervalle nicht überlappen. Auf die Problematik derartiger Betrachtungen im Rahmen des umfangreichen Zahlenmaterials eines Krebsatlas wird im Kapitel Schlußbemerkungen eingegangen.



Kartographische Darstellungen

Die regionalen Häufigkeitsverteilungen werden in zwei verschiedenen Darstellungsmethoden wiedergegeben.

Absolute Skalierung

Ausgehend von den altersstandardisierten Mortalitätsraten in den Regionen erfolgt die Abbildung auf eine Farbskala nach der mathematischen Formel


© dkfz.de

in der ASR die standardisierte Mortalitätsrate bezeichnet, I den ganzzahlig gerundeten Wert aus dem Zweifachen der Wurzel aus ASR, und c die durch diese Rechnung bezeichnete Farbstufe auf einer zwanzigwertigen Skala. Diese Vorgehensweise bedeutet, daß die Karten für alle Krebslokalisationen und beiden Geschlechter auf ein und dieselbe Farbskala abgebildet werden und dadurch die Karten direkt miteinander vergleichbar werden. Zur Begründung und weiteren Erläuterung der Methode siehe Becker (1994).

Am unteren Ende jeder Kartenseite ist die genannte Farbskala wiedergegeben und zusätzlich in Balkenform oberhalb der Farbwerte, in welchem Bereich sich die Sterblichkeit für die betreffende Karte bewegt und wieviele Regionen mit dem jeweiligen Farbwert gekennzeichnet sind. Diese Skalierungstechnik wird jeweils für die getrennte Wiedergabe der Krebssterblichkeit in den Fünfjahres-Zeiträumen 1981 - 1985 und 1986 - 1990 verwendet.

Die Darstellung der Krebsmortalität insgesamt fügt sich als Zusammenfassung aller einzelnen Krebsarten mit den daraus resultierenden hohen Raten nicht in dieses Darstellungsschema. In diesem Sonderfall wurde die für die Einzellokalisationen verwendete Farbskala für einen anderen Ratenbereich verwendet. Hierauf ist bei der Lektüre dieser Karten zu achten.

Relative Skalierung

Ausgehend von den altersstandardisierten Mortalitätsraten in den Regionen über den gesamten Zehnjahres-Zeitraum 1981 - 1990 werden für jede Krebsart und die beiden Geschlechter die Regionen gemäß der Rangfolge der altersstandardisierten Mortalitätsraten in aufsteigender Reihenfolge in sieben Rangstufen mit der folgenden Besetzung und Farbgebung eingeteilt: 5 % (dunkelgrün), 10 % (grün), 15 % (hellgrün), 30 % (gelb), 15 % (orange), 10 % (hellrot) und 5 % (rot) für die Regionen mit den höchsten Raten. Diese sieben Farben sind damit für alle Karten gleich und lassen hinsichtlich der Höhe der Sterblichkeit keinen Vergleich zwischen den Karten zu.

Letzte Aktualisierung: 06.11.2007 Seitenanfang