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Datenquellen

Sterblichkeitsdaten

Die den Mortalitätsdaten zugrunde liegende amtliche Todesursachenstatistik beruht auf den amtlichen Todesbescheinigungen, die gemäß den von der WHO festgelegten internationalen Standards für jeden auftretenden Todesfall ausgefüllt werden. Die Todesbescheinigung wird von einem Arzt ausgefüllt und gelangt über das für die jeweilige Gemeinde zuständige Standesamt sowie das Gesundheitsamt an das Statistische Landesamt des betreffenden Bundeslandes. Dort wird die dem Todesfall zugrundeliegende Todesursache nach der jeweils gültigen ICD-Revision verschlüsselt und der Gemeinde des letzten Wohnortes der verstorbenen Person zugeordnet. Danach wird die Todesbescheinigung in einigen Bundesländern an das Gesundheitsamt der Gemeinde, in der der die Person verstorben ist, in anderen Bundesländern an das Gesundheitsamt der Gemeinde, in der die verstorbene Person zuletzt gewohnt hat, zur Aufbewahrung zurückgesandt.

Die Verschlüsselung der auf den amtlichen Todesbescheinigungen als zugrundeliegende Todesursache angegebenen Krankheiten erfolgt nach der von der WHO herausgegebenen internationalen Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases, ICD).

In der alten Bundesrepublik wurden die folgenden Revisionen verwendet: die 6. Revision in den Jahren 1952 - 1954, die 7. Revision 1955 - 1967, die 8. Revision 1968 - 1978 und die 9. Revision seit 1979. Wenn in dem vorliegenden Werk auf ICD-Schlüssel Bezug genommen wird, handelt es sich durchweg um die 9. Revision.

In der alten Bundesrepublik erfolgte die Verschlüsselung in den Statistischen Landesämtern stets von speziell für diese Aufgabe geschulten Signierern. Durch regelmäßige Schulungen und Vergleiche wurde und wird darauf geachtet, daß die Verschlüsselung nach einheitlichen Masstäben erfolgt, und sich die Verfahren in den einzelnen Bundesländern nicht voneinander unterscheiden. Im Unterschied dazu wurde in der ehemaligen DDR die Verschlüsselung unmittelbar von dem Arzt vorgenommen, der die Todesbescheinigung ausgefüllt hat. Auf damit zusammenhängende Probleme der Validität der Angaben wird unten in dem Abschnitt zur Datenqualität näher eingegangen.

Nach der Wiedervereinigung wurde in beiden Landesteilen nach der zuvor bereits im Westen üblichen Vorgehensweise weiterverfahren.

Bevölkerungsdaten

Die Bevölkerungsdaten stammen aus den Volkszählungen der Jahre 1950, 1961, 1970 und 1987 sowie der laufenden Fortschreibung der Bevölkerung zwischen den Volkszählungen. Hierfür werden als zusätzliche Informationen die Zahlen über Geburten und Todesfälle sowie über Bevölkerungsbewegungen herangezogen. Aufgrund der Meldepflicht können in Deutschland Bevölkerungsbewegungen vergleichsweise gut nachvollzogen werden.

Den hier vorgenommenen Berechnungen altersstandardisierter Mortalitätsraten sind Jahresmittelwerte der Wohnbevölkerung der betreffenden Region und des betreffenden Berichtszeitraumes zugrundegelegt.

Inzidenzdaten

In den Texten zu den einzelnen Krebsarten werden jeweils zum Vergleich die Neuerkrankungsraten des Jahres 1989 genannt, dem letzten Jahr, für das das Krebsregister der ehemaligen DDR Daten veröffentlichte. Hierzu werden für die ehemalige DDR die Daten aus dem Werk Atlas der Krebsinzidenz in der DDR 1961-1989 (Möhner et al. 1994) zitiert und für die alte Bundesrepublik die Daten des Saarländischen Krebsregisters für den Dreijahres-Zeitraum 1988-1990 (Statistisches Landesamt Saarland 1992). Diese Veröffentlichungen enthalten auch die Daten vorangegangener Jahre, die z.T. Anhaltspunkte dazu liefern, ob die Inzidenz der betreffenden Krebsart steigt, fällt, oder ungefähr stabil bleibt. Sofern die Daten dies erlauben, werden in den Texten diesbezüglich entsprechende Hinweise gegeben.

Oben wurde angesprochen, daß in Deutschland keine flächendeckenden Krebsregister existieren. Auf der Basis der verfügbaren Registerdaten hat das Robert-Koch-Institut (RKI) für das Jahr 1993 Hochrechungen auf die vermutliche Zahl jährlicher Neuerkrankungsfälle in Deutschland vorgenommen (Schön et al. 1995). Um von der Krebsinizidenz hierzulande wenigstens einen ungefähren Eindruck zu vermitteln, und weil darüber hinaus solche Zahlen immer wieder nachgefragt werden, sind in den Texten diese Zahlen des RKI ebenfalls zitiert.

Relative Fünfjahres-Überlebensraten

In der genannten Arbeit des RKI (Schön et al. 1995) wurden ferner Vergleiche der relativen Fünfjahres-Überlebensraten angestellt, die sich aus den Daten der Krebsregister berechnen lassen. Auch diese Zahlen werden in den Texten jeweils zitiert. Sie beruhen auf den Erkrankungsfällen der beiden Register aus den Jahren 1980 - 1984 sowie den Sterbetafeln der ehemaligen DDR für die Jahre 1985/86 und des Saarlandes für die Jahre 1980/85.

Letzte Aktualisierung: 06.11.2007 Seitenanfang