Wirtschaft


Deutschland ist eine der führenden Industrienationen der Erde. Nach seinem wirtschaftlichen Bruttosozialprodukt steht es an 4. Stelle in der Welt.

In den westlichen Bundesländern weist die regionale wie auch die sektorale Entwicklung erhebliche Wachstumsunterschiede auf. Zunächst wurden die traditionellen Zentren des Bergbaus und der Schwerindustrie, das Ruhrgebiet und der Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Peine, sowie die Handelszentren Hamburg und Bremen begünstigt. Seit den 60er Jahren entwickelten sich dagegen die Verdichtungsräume Rhein-Main, Rhein-Neckar, München, Nürnberg-Erlangen und Stuttgart als Standorte zumeist wachstumsstarker Industriezweige (Chemie, Elektrotechnik, Elektronik, Maschinen, Straßenfahrzeugbau) deutlich schneller als die übrigen Teilräume, die norddeutschen Küstenländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen (ausgenommen Agglomerationsräume um Hannover, Hamburg, Bremen) ebenso wie Nordrhein-Westfalen nur noch unterdurchschnittlich.

Der wichtigste Wirtschaftszweig auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ist die Industrie, die v.a. in den Bundesländern Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie im südlichen Brandenburg konzentriert ist. Traditionelle Industriezweige sind Maschinenbau (Werkzeug-, Textil-, Druckerei-, Landmaschinenbau), Schiffbau, Straßen- und Schienenfahrzeugbau, Bau von Bergbauausrüstungen, elektrotechnische, optische und chemische Textilindustrie. Die chemische Industrie ist besonders in Sachsen-Anhalt [Leuna, Schkopau (Buna), Bitterfeld, Wolfen, Zeitz, Wittenberg] sowie in Schwedt/Oder konzentriert; wegen ihres Beitrags zur Umweltverschmutzung erfolgt seit 1990 die Stillegung von Betrieben besonders der Braunkohlenchemie. Die Eisenhüttenindustrie hat ihre Hauptstandorte im Land Brandenburg, in Riesa, die Buntmetallurgie in Hettstedt und Freiberg/Sachsen. Der Schwermaschinenbau ist besonders in Magdeburg, der allgemeine Maschinenbau in Sachsen und Berlin, der Fahrzeugbau in Eisenach, Zwickau, Zschopau, Suhl und Ludwigsfelde angesiedelt; Schiffbau wird an der Ostseeküste (Mecklenburg-Vorpommern) betrieben. Werke der elektrotechnisch-elektronischen Industrie befinden sich in Berlin, Sachsen, Thüringen und Staßfurt, der feinwerktechnisch-optischen Industrie in Jena, Rathenow, Erfurt und Sömmerda. Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist in Sachsen, Thüringen und in der Niederlausitz (Brandenburg) verbreitet. Die Glasindustrie ist in Jena, im Thüringer Wald und in der Niederlausitz, die keramische Industrie in Meißen sowie in Thüringen, die Holzverarbeitung im Erzgebirge und Thüringer Wald konzentriert.

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