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Sekundäre Prävention


Für eine Reihe von Krebsarten ist nachgewiesen, daß geeignete Früherkennungsmaßnahmen zu einer deutlichen Senkung der Sterblichkeit beitragen können. Hierzu gehören in erster Linie Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs. Bei Brustkrebs ist z.Zt. ein qualitativ hochwertiges Screeningprogramm sogar die wirksamste Maßnahme, die zur Senkung der Sterblichkeit vorgeschlagen werden kann. Auch die Sterblichkeit an Melanomen der Haut kann durch Früherkennungsprogramme gesenkt werden. Schließlich zeichnen sich auch für Darmkrebs verschiedene Möglichkeiten einer effektiven Früherkennung ab.

Hinsichtlich der höheren Mortalität an Gebärmutterhalskrebs in den östlichen Bundesländern muß festgestellt werden, inwieweit Unterschiede in der Effektivität der Früherkennungsprogramme an dem Ost-Westgefälle beteiligt sind. In diesem Fall könnten bereits die Voraussetzungen für eine rasche Senkung der Sterblichkeit in den östlichen Bundesländern durch eine Angleichung der medizinischen Versorgung nach der Wiedervereinigung gegeben sein.

Epidemiologische Langzeitstudien in verschiedenen Ländern haben nachgewiesen, daß ein qualitativ hochwertiges Mammographie-Screeningprogramm die Sterblichkeit an Brustkrebs im Altersbereich der 50 - 70-jährigen Frauen um 25% - 30% senken kann. Entscheidende Voraussetzungen hierfür ist, daß die aus den Studien ermittelten und mittlerweile von der Europäischen Union als Richtlinien herausgegebenen Qualitätsanforderungen auch strikt eingehalten werden. Es muß geklärt werden, ob man sich in Deutschland dafür ausspricht, ein solches Programm den Frauen anzubieten. Im Falle einer positiven Entscheidung sind zumindest Pilotprojekte zügig zu realisieren.

Schließlich bieten sich Screeningmaßnahmen zur Früherkennung von Melanomen als effektive Maßnahme zur Senkung der Melanomsterblichkeit an. Laufende Projekte sollten fortgeführt bzw. ausgedehnt werden.

Zu Screeningprogrammen für Darmkrebs stehen mehrere Konzepte zur Verfügung. Eine gewisse Senkung der Sterblichkeit scheint durch die Anwendung des Okkultbluttestes im Rahmen solcher Programme erreichbar zu sein. Ein deutliche Verringerung der Mortalität kann möglicherweise durch Anwendung endoskopischer Verfahren erzielt werden, die jedoch vermutlich eine geringe Akzeptanz haben. In Pilotprojekten sollte die Realisierbarkeit der verschiedenen Ansätze sowie ihre Effektivität im Hinblick auf eine effektive Senkung der Darmkrebssterblichkeit überprüft werden.

Letzte Aktualisierung: 06.11.2007 Seitenanfang