Schlußbemerkungen

Schlußbemerkungen

Seit Beginn der 90er Jahre deutet sich ein Wandel in der Krebslandschaft in Deutschland an, der sich in den folgenden Punkten zusammenfassen läßt:


  1. Nach einer Tendenzwende zu Beginn der 90er Jahre beginnt die altersbereinigte Krebssterblichkeit für Männer zurückzugehen. Bei Frauen ist ein Sinken der altersbereinigten Krebssterblichkeit bereits seit Jahrzehnten zu beobachten. Auch die Neuerkrankungsraten scheinen nicht weiter anzusteigen; inwieweit auch hier ein Rückgang eingesetzt hat, läßt sich auf der Grundlage der vorhandenen Daten noch nicht endgültig entscheiden.

  2. Gleichwohl steigt, bedingt durch die zunehmende Lebenserwartung, die Anzahl der Jahr für Jahr an Krebs versterbenden Personen bei beiden Geschlechtern weiter an. Allerdings deutet sich in den letzten Jahren auch hier eine Verlangsamung an.

  3. Die Krebskrankheiten sind heutzutage die zweithäufigste Todesursache nach den Krankheiten des Kreislaufsystems. Wenn sich auf dem Gebiet der Krebsprävention in der nächsten Zeit keine ähnlich durchschlagenden Erfolge einstellen wie bei den Krankheiten des Kreislaufsystems, wird jedoch Krebs in 15 - 20 Jahren die Todesursache Nummer Eins in Deutschland sein.


Das Wissen über die Möglichkeiten zur Vermeidung (Prävention) von Krebserkrankungen hat sich in den letzten 10 - 15 Jahren beträchtlich erweitert. Daß seine Anwendung auch wirklich zur Senkung der Sterblichkeit beitragen kann, zeigen beispielsweise die epidemiologischen Daten zu Lungenkrebs: dem zurückgehenden Zigarettenkonsum unter westdeutschen Männern folgt nun mit einigen Jahren Verzögerung seit Ende der 80er Jahre auch ein deutlicher Rückgang der Mortalität an dieser Krebsart (Heuer & Becker 1997).

Aufgrund des heute erreichten Wissensstandes über die Vermeidbarkeit von Krebserkrankungen könnte die Zahl der alljährlich in Deutschland an Krebs versterbenden Personen deutlich niedriger liegen, als es tatsächlich der Fall ist. Eine Krebserkrankung bedeutet für die Betroffenen einen hohen Leidensdruck und häufig eine verkürzte Lebenserwartung. Für die Gesellschaft bedeutet die großenteils jahrelange Behandlung von Krebskrankheiten erhebliche Kosten. Die konsequente Umsetzung der verfügbaren Möglichkeiten für Prävention ist mit allem Nachdruck zu betreiben.


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