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Einleitung


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Seit dem Erscheinen des ersten auf einer regionalen Gliederung beruhenden Krebsatlas für Deutschland im Jahre 1984 haben sich eine Reihe z.T. wesentlicher Veränderungen ergeben. Eine grundlegend neue Situation ist durch die Erweiterung des Staatsgebietes entstanden, auf das sich das Werk bezieht. Ursprünglich war geplant, in Anknüpfung an den jenem Vorgängerwerk dargestellten Zeitraum 1976-1980 zu Beginn der 90er Jahre rasch eine Fortschreibung für die Dekade 1981-1990 zu veröffentlichen. Die deutsche Vereinigung im Jahr 1990 bot jedoch die bis dahin kaum vorstellbare Gelegenheit, die Krebslandschaft für Gesamtdeutschland in einer gemeinsamen Übersicht darzustellen. Damit verbunden war allerdings eine erhebliche zeitliche Verzögerung, da die Daten der ehemaligen DDR erst in die hierfür erforderliche Form gebracht werden mußten.

Eine weitere bedeutende Veränderung betrifft die Tatsache, daß sich für die Sterblichkeit an einigen Krebsarten in den zurückliegenden Jahren eine Trendwende angedeutet hat. Dies hat zur Konsequenz, daß neben dem schon seit vielen Jahren zu beobachtenden Rückgang der altersbereinigten Krebssterblichkeit für Frauen nun seit einigen Jahren auch die Mortalität an bösartigen Neubildungen unter Männern zurückgeht. Daran anknüpfend stellt sich die Frage, ob dies eine Folge ebenfalls zurückgehender Neuerkrankungsraten ist, oder ob die Krebsinzidenz nach wie vor ansteigt und nur bei der Sterblichkeit eine Tendenzwende eingetreten ist. Auf diese Fragen wird in dem Kapitel Die Krebsmortalität im Überblick und auf die Problematik einer zuverlässigen Schätzung der Krebsinzidenz zu Beginn des Kapitels über das Datenmaterial eingegangen.

Auch das Wissen über die Ursachen der verschiedenen Krebskrankheiten stellt sich heute bemerkenswert anders dar als im Jahre 1984. Obwohl in Deutschland jährlich über 340 000 Personen an Krebs neu erkranken und mehr als 210 000 daran versterben, d.h. die Situation bei der Krebsbehandlung nach wie vor unbefriedigend ist, erlaubt unser Wissensstand mittlerweile eine ganze Reihe von Hinweisen zu geben, wie dem Auftreten von Krebskrankheiten vorgebeugt werden könnte. Stärker als zu den Zeiten der Veröffentlichung des Vorgängerwerkes sieht man heutzutage eine Aufgabe eines Krebsatlas auch darin, im Rahmen der Darstellung und Interpretation der jeweiligen Krebslandschaft Hinweise auf Möglichkeiten zur Krebsprävention zu liefern. Aus diesem Grund wurde auch ein neues Kapitel Schlußbemerkungen in die vorliegende Fortschreibung aufgenommen, auf das für Einzelheiten zum Thema Prävention verwiesen sei.

Der Gesichtspunkt der Prävention legt es nahe, die Krebssterblichkeit mit den starken Unterschieden in der Häufigkeit der verschiedenen Krebsarten und den mehr oder weniger ausgeprägten regionalen Unterschieden innerhalb der jeweiligen Krebsarten bei der kartographischen Darstellung durch eine direkte Skalierung insgesamt in das Blickfeld zu rücken. Die Karten können dadurch gelesen werden wie das Kartenwerk eines geographischen Atlas. Die erste Auflage hatte noch eine Präsentationstechnik verwendet, die ausschließlich die regionalen Unterschiede abgebildet hat, ohne dabei die Unterschiede in der Häufigkeit verschiedener Krebslokalisationen zu berücksichtigen ("relative Skalierung"). Zur Ergänzung sind auch in der vorliegenden Fortschreibung Karten mit dieser Darstellungsweise aufgenommen. Sie bergen allerdings die Gefahr, daß die "Krebslandschaft" verzerrt wahrgenommen wird, und aufgrund plastischer regionaler Unterschiede eine ungünstige Gesamtsituation aus dem Blickfeld gerät. Dadurch können leicht die falschen Signale im Hinblick auf erforderliche Präventionsmaßnahmen geliefert werden.

Ein weiterer Gesichtspunkt für die neue Darstellungsweise sind die offenbar vorhandenen systematischen Unterschiede in den Krebssterblichkeitsdaten zwischen Ost- und Westdeutschland, die bei der relativ skalierten Präsentationstechnik entweder zu einer verzerrten Abbildung im Ost- Westvergleich führen, oder dazu zwingen, die beiden Landesteile getrennt darzustellen. Bei den hier wiedergegebenen relativ skalierten Karten wurde dieser letztere Weg beschritten. Auf Einzelheiten der Kartierungsmethoden wird im Kapitel Datenmaterial, Aufbereitungsmethoden und Gliederung der Kapitel eingegangen.

Danksagungen

Die regional gegliederten Sterblichkeits- und Bevölkerungsdaten wurden für dieses Werk von den Statistischen Landesämtern der 16 Bundesländer aufbereitet und dem Deutschen Krebsforschungszentrum zur Verfügung gestellt. Unser erster Dank gilt daher den Statistischen Landesämtern für ihre darauf verwendete Mühe und die große Kooperationsbereitschaft bei der Vorbereitung der Daten. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Arbeit der Statistischen Landesämter der fünf neuen Bundesländer, die die Daten der ehemaligen DDR in zum Teil mühevoller Arbeit auf den neuen Gebietsstand nach der deutschen Vereinigung umrechnen mußten.

Die Daten zur langfristigen Entwicklung der Sterblichkeit seit 1952 wurden z.T. (1952 - 1990) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und z.T. (1991 - 1995) vom Statistischen Bundesamt bereitgestellt. Einen Teil der Daten für die ehemalige DDR (1961 - 1972) stellte das Robert-Koch-Institut (RKI) zur Verfügung. Allen diesen Institutionen und den beteiligten Mitarbeitern sei für die Daten und die Hilfsbereitschaft bei der Lösung mitunter aufgetretener Probleme herzlich gedankt.

Dank gilt auch dem Krebsregister des Saarlandes sowie dem gemeinsamen Krebsregister der fünf neuen Bundesländer, deren Daten in diesem Atlas wiederholt zitiert werden, und die bei Rückfragen stets mit großer Freundlichkeit behilflich waren.

Vielen Kollegen ist für ihre Mithilfe bei der Fertigstellung des Buches zu danken. In erster Linie sind zu nennen die Kollegen aus der eigenen Abteilung, PD Dr. Heiko Becher, PD Dr. Maria Blettner und Dr. Jenny Chang-Claude, sowie aus dem Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) Herr Prof. Dr. Rainer Frentzel-Beyme, die die Texte kritisch durchgesehen und ergänzt haben. Herr Prof. Dr. Bernd Dörken (Berlin) und Herr Prof. Dr. H. Maier (Ulm) gebührt herzlicher Dank für die Überarbeitung einzelner Kapitel des Bandes. Die dokumentarischen Arbeiten wurden von Frau Beate Edinger und Frau Dorothea Niehoff unterstützt, denen ebenfalls vielmals gedankt sei.

Die Aufbereitung großer Datenmengen ist nicht ohne das Auftreten von Datenverarbeitungsproblemen denkbar. Für die Unterstützung bei ihrer Lösung gebührt der Abteilung Zentrale Datenverarbeitung, insbesondere Herrn Günther Krysmanski, sowie Herrn Dr. Werner Rittgen aus der Abteilung Biostatistik herzlicher Dank.

Letzte Aktualisierung: 25.09.2012 Seitenanfang