Tumorvirus-spezifische Vakzinierungsstrategien

Nadja Thönes, Diplomarbeit

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Assemblierung von Papillomavirus Kapsiden

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Exprimiert man das Hauptkapsidprotein L1 der Papillomviren in eukaryotischen Zellen, so kann es spontan zu Pentameren (auch Kapsomere genannt) assemblieren. 72 Pentamere lagern sich unter günstigen Bedingungen anschließend zu Kapsiden (auch VLPs = virus-like particles) zusammen. Bei Koexpression des Nebenkapsidprotein L2 werden ca. zwölf L2-Monomere in die Kapside eingebaut.

Produktion von Pseudovirionen

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Werden humane Zellen zusätzlich zu einem L1/L2-Expressionsplasmid noch mit einem geeigneten Zielplasmid transfiziert, so kann das Zielplasmid in die assemblierenden Kapside verpackt werden und es kommt zur Bildung von so genannten Pseudovirionen (Virus-Kapside mit verpacktem Reporterplasmid). Da für diesen Vorgang hohe Kopienzahlen des Zielplasmids von Vorteil sind, werden Plasmide mit SV40-ori und SV40-T-Antigen exprimierende Zellen verwendet (vgl. Buck et. al 2004).

Infektion von Säugetierzellen

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Mit den wie beschrieben hergestellten Pseudovirionen können das verpackte Plasmid auf Zielzellen übertragen. Die erfolgreiche Infektion von Zielzellen kann über die Expression des auf dem verpackten Plasmids codierten Reporterproteins GFP mittels Fluoreszenzmikroskopie nachgewiesen werden.

Transduktion und Neutralisation

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Neutralisierende Antikörper binden spezifische Epitope auf der Virus-Oberfläche und können damit die Infektion neuer Zellen durch Papillomviren bzw. Pseudovirionen verhindern. In Zellkultur hergestellte Pseudovirionen können daher für die Detektion neutralisierender Antikörper z.B. in Vakzinierungsstudien genutzt werden.

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