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Forschungsaktivitäten

Sieben Programme im Kampf gegen den Krebs


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Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung sollen sieben interdisziplinäre translationale Forschungsprogramme bearbeitet werden, die eng miteinander und mit den fünf translationalen Forschungsplattformen verknüpft sind.

Interdisziplinäre translationale Forschungsprogramme

Signalwege der Krebsentstehung


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In diesem zentralen Forschungsprogramm werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Konsortiums die exzellente Grundlagenforschung aller Partner nutzen, um neue prognostische und prädiktive Biomarker sowie neue therapeutische Ansätze für individualisierte Krebstherapie zu entwickeln. Signalwege der Tumorentstehung und insbesondere der Invasion und Metastasierung, Zelltodsignalwege, epigenetische Veränderungen und der Metabolismus von Krebszellen stehen im Mittelpunkt. Unter anderem soll hier die biologische Funktion von bekannten und neuen Zielmolekülen anhand systematischer Ansätze untersucht werden.

Molekulare Diagnostik von Krebserkrankungen


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Dieses Programm widmet sich insbesondere der molekularen Charakterisierung von Tumorgeweben und Körperflüssigkeiten unter Einbezug klinischer Patientendaten, um Patienten zukünftig ganz gezielt individuelle Behandlungsformen zuzuweisen. Das Programm bedient sich modernster Technologien einschließlich der Genomsequenzierung und der Systembiologie.

Tumorimmunologie und Immuntherapie


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Im Programm Tumorimmunologie und Immuntherapie werden sich die Forscher auf drei wesentliche immunologische Ansätze konzentrieren: die Erprobung von Multipeptid-Impfstoffen in Kombination mit neuen Strategien zur Immunmodulation, die Entwicklung von genetisch verbesserten tumorspezifischen Antikörpern sowie auf den adoptiven Transfer von T-Zellen und NK-Zellen. Diese Aktivitäten sollen den erfolgreichen Einsatz von Tumorimpfungen weiter vorantreiben.

Stammzellen und Krebs


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Die Erforschung der Gemeinsamkeiten zwischen Stammzellen und Krebszellen ist ein relativ junger, schnell expandierender Forschungsbereich mit zentraler Bedeutung für das Verständnis der Entstehung von Krebs und dessen Metastasierung, sowie für die Tumortherapie einschliesslich der Resistenzbildung. Viele Forschungsansätze wie z.B. die Identifizierung molekularer Mechanismen der Entwicklung und Funktion von Krebsstammzellen sowie die Ausbreitung und molekulare Diagnose von Krebsstammzellen befinden sich derzeit im Stadium der Grundlagenforschung. Im Rahmen des Konsortiums sollen diese Ergebnisse in translationalen Ansätzen weiter ausgebaut werden, um sowohl die häufige Resistenzbildung bei der Chemotherapie als auch die Metastasierung klinisch besser beherrschbar zu machen.

Strahlentherapie und Bildgebung


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In dem dynamischen Gebiet der Strahlentherapie und Bildgebung sollen hochpräzise radiotherapeutische Ansätze mit einem Schwerpunkt auf Partikeltherapie sowie die Integration biologisch aktiver Medikamente in die Strahlenbehandlung im Mittelpunkt stehen. Im Zuge personalisierter Medizin ist die Entwicklung neuer BioImaging-Methoden, strahlenspezifischer Biomarker sowie der Einsatz von innovativen anatomischen, molekularen, multiparametrischen und funktionellen Bildgebungstechnologien erforderlich. In den genannten Bereichen verfügt das Konsortium über eine weltweit kompetitive Infrastruktur und Expertise und damit großes Potential, neue wirksame Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Therapieresistenz


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Tumorzellen zeigen oft Resistenz gegenüber Chemotherapeutika und molekularen Therapien einschließlich Kleinmolekül-Inhibitoren und monoklonalen Antikörpern. Resistenzmechanismen bei der Behandlung von Akuter Myeloischer Leukämie, B-Zell-Lymphomen, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sowie Darmkrebs werden im Fokus dieses Programms stehen.

Früherkennung und Prävention


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Im Programm Früherkennung und Prävention sollen unter Einbezug existierender Bevölkerungsstudien neue Ansätze für die individuelle Risikoerfassung, Früherkennung sowie Prävention onkologischer Erkrankungen entwickelt werden. Schwerpunkte liegen auf Kolon-, Prostata- und Brustkrebs sowie auf der sich derzeit bildenden Nationalen Kohorte. Das Konsortium misst der präventiven Onkologie eine große Bedeutung bei.

Gemeinsame Plattformen bündeln die Kräfte


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Die sieben programmatischen Forschungsaktivitäten erfahren durch fünf translationale Forschungsplattformen eine entscheidende Unterstützung. Diese Plattformen stellen die grundlegende Infrastruktur für die gemeinsame Arbeit des Konsortiums bereit.

Translationale Forschungsplattformen

Klinische Kommunikationsplattform


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Die Klinische Kommunikationsplattform stellt ein Herzstück des Konsortiums dar. Hier sollen Patienten für große klinische Studien rekrutiert werden und eine Vernetzung der lokalen Biobanken sowie klinischen Krebsregister erfolgen. Weiterhin dient sie dem Informationsaustausch von Krebsforschern und Ärzten. Voraussetzung ist eine Harmonisierung von Standards und Arbeitsabläufen, wofür eine effiziente IT-Struktur implementiert werden soll.

Service-Einheiten


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Für die translationale Krebsforschung ist eine moderne leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich. Jeder Partner wird Zugang zu hochspezialisierten technischen Anlagen, die nicht an jedem Standort verfügbar sind, z.B. GMP konforme Produktionseinheiten für die Herstellung von Zellen, Peptiden, Antikörpern und für Radiopharmaka erhalten. Ebenso werden Service-Einheiten für Hochdurchsatz-Sequenzierung, Proteom-Analysen, metabolische Untersuchungen, Medikamentenentwicklung, Kleintier-Bildgebung sowie Bioinformatik und Systembiologie zur Verfügung stehen.

Präklinische Modelle


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Das Vorhandensein aussagekräftiger Modelle, anhand derer sich vielfältige Aspekte der humanen Krebsentstehung und Tumorprogression nachahmen und neue Ansätze zur Behandlung von Tumoren im Menschen testen lassen, ist essentiell für die präklinische Krebsforschung. Im Konsortium soll die Expertise der Partner auf dem Gebiet genetisch modifizierter sowie humaner Xenograft Mausmodelle intensiv genutzt und vermehrt werden, um Mechanismen aufzudecken und neue Strategien für die Diagnose, Therapie, Früherkennung und Prävention an adäquaten Modellorganismen zu untersuchen.

Wirkstoffentwicklung


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Ein wesentliches Ziel translationaler Krebsforschung ist die erfolgreiche Einführung neuentwickelter diagnostischer und therapeutischer Reagenzien in klinische Studien, um deren Verträglichkeit und Wirksamkeit am Menschen zu testen. Um dies zu realisieren, müssen neue Agenzien, wie z.B. synthetische Kleinmoleküle, Peptide, Proteine oder Antikörper sowie epigenetische Therapieansätze eine Entwicklungskette durchlaufen, bis Unbedenklichkeit und eine absehbare Wirksamkeit für die Anwendung beim Menschen demonstriert wird. In der Plattform Wirkstoffentwicklung werden den Konsortialpartnern Expertise und Infrastruktur für strukturbiologische Analysen, Medizinalchemie und Chemoinformatik, Analysen zur Definition von Aktivität, Selektivität, Toxizität und Resistenz neuartiger Verbindungen zur Verfügung gestellt.

"School of Oncology"


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Der Erfolg des Konsortiums wird ganz entscheidend davon abhängen, dass talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rekrutiert werden können. Wissenschaftlern und Ärzten am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn soll in der School of Oncology eine Möglichkeit eröffnet werden, kontinuierlich Einblicke in die translationale Krebsforschung und multidisziplinäre Onkologie zu gewinnen. Durch ein intensives Ausbildungs- und Trainingsprogramm werden talentierte Ärzte und Wissenschaftler dabei unterstützt, die kritische Verknüpfung zwischen wissenschaftlichen und klinischen Aufgaben zu meistern und einen regen interdisziplinären Austausch auf dem Gebiet der translationalen Krebsforschung zu pflegen.


Letzte Aktualisierung: 13.06.2013 Seitenanfang