DataBox-Projekt: Digitales Gesundheits-Management in Patientenhand

Laborwerte, Röntgenbilder, das EKG oder der Arztbericht. Bei Millionen von Menschen in Deutschland fallen gesundheitsrelevante Daten an – ob beim Hausarzt, Spezialisten oder in der Klinik. Doch bisher gibt es in Deutschland noch kein einheitliches System, das diese sehr persönlichen Informationen sammelt und sowohl für die Behandlung als auch für die Forschung verfügbar macht und damit einen Mehrwert für die Allgemeinheit schafft.  DataBox ändert diese unbefriedigende Situation – mit individuellen und sicheren Datenräumen für Patienten.

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Unter dem Dach des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und in Zusammenarbeit mit SAP und Siemens Healthineers entwickeln Ärzte, Wissenschaftler und IT-Spezialisten ein System mit dem Projektnamen DataBox. Im ersten Schritt ermöglicht DataBox den Patienten, Daten formatunabhängig zu sammeln sowie mit den Ärzten ihres Vertrauens zu teilen und von diesen Daten zu erhalten. Perspektivisch soll es verschiedene Systeme untereinander les- und vergleichbar machen. Damit sind alle wichtigen Informationen bei künftigen Behandlungen verfügbar und können bei Diagnose und Therapieempfehlung berücksichtigt werden. Ergänzend dazu sollen die Erfahrungen aus vorangegangenen Behandlungen für ähnlich gelagerte Fälle schneller zur Verfügung stehen. Im zweiten Schritt erwarten sich die Experten aus der Analyse großer Datenbestände (Big-Data-Analyse) neue Diagnosemethoden und Behandlungskonzepte. Ziele sind eine bessere Prävention für alle und eine effektivere Therapie für bereits erkrankte Menschen.

In der DataBox besitzt der Patient alleine alle Rechte über seine Daten. Nur mit seiner Zustimmung werden digitale, gesundheitsrelevante Informationen zusammengeführt, gespeichert und verfügbar gemacht. Dem Patienten steht somit ein transparenter und sicherer Informationsservice zur Verfügung, auf den er zunächst über das Internet zugreifen kann. Gibt der Patient einem Arzt seine Daten frei, kann dieser die vollständige Krankheitsgeschichte schnell und unkompliziert nachvollziehen. 

In erste Praxistests sind Patienten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Lungenkrebspatienten der Uniklinik Köln eingeschlossen. Die aktuelle Phase stellt eine Machbarkeitsstudie dar, in der die Grundfunktionen der DataBox angelegt werden. Nach der 18-monatigen Pilotphase soll die Plattform, unter Ausweitung der Funktionalitäten, weiterentwickelt werden. Langfristiges Ziel ist der Übergang in die Regelversorgung. Das im Januar 2018 gestartete Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert. 

Kontakt

© NCT/Philip Benjamin

Dr. Stefanie Rudolph
Wissenschaftliche Koordinatorin DataBox
Tel:  +49 6221 42-1630
Mobil: +49-1522-8563560
stefanie.rudolph@dkfz.de

© privat

Katja Syri M.A.
Wissenschaftliche Kommunikationsmanagerin DataBox  
Tel:  +49 6221 42-1619
Mobil: +49 162-3448269
katja.syri@dkfz.de

Ein gemeinsames Projekt von:


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