Bewegung, Präventionsforschung und Krebs

Abteilung Bewegung, Präventionsforschung und Krebs

Prof. Dr. Karen Steindorf

Bild: Medienzentrum der Universität Heidelberg
© dkfz.de

Die Abteilung "Bewegung, Präventionsforschung und Krebs" untersucht die positiven Einflüsse von körperlicher Aktivität und Sport auf das Krebsrisiko (Primärprävention), molekulare Mechanismen sowie auf den Therapieverlauf und die Prognose bei Krebspatienten (Tertiärprävention).

Seit Jahren trägt die Abteilung mit methodisch hochwertigen klinischen Studien zur wissenschaftlichen Evidenz bei, dass körperliches Training die Lebensqualität von Krebspatienten verbessert, die krankheits- und therapiebedingten Nebenwirkungen mildert und auch die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Erkrankung sowie das Sterberisiko senken kann. Diese Forschung wird zum Teil in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Medizinische Onkologie (Prof. Dr. Dirk Jäger) am NCT durchgeführt.

Die Überlebensaussichten nach einer Krebserkrankung haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, so dass die Lebensqualität und Wiedereingliederung in das soziale und berufliche Leben immer mehr an Bedeutung gewinnen. Deshalb liegt ein weiterer Fokus unserer Abteilung, sowohl im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität als auch darüber hinaus, auf der Prävention und Behandlung von Symptomen, die die Lebensqualität beeinflussen können. Dazu gehören Fatigue (extreme Erschöpfung), Schlafstörungen, kognitive Probleme, Schmerzen und depressive Störungen. Die Ursachen dieser Symptome sind noch weitgehend unklar und sie können somit oft nur unzureichend behandelt werden. Eine differenziertere Betrachtung hinsichtlich unterschiedlicher Ausprägungen, Pathophysiologien und Ansprechen auf Behandlungen ist hier notwendig und vielversprechend.

Das übergeordnete Ziel unserer interdisziplinären Abteilung ist es, die wissenschaftliche Evidenz und den allgemeinen Kenntnisstand über die Bedeutung von Sport und einen körperlich aktiven Lebensstil zu erhöhen und letztlich zu einer besseren, evidenzbasierten und individuell zugeschnittenen Prävention und Behandlung dieser äußerst belastenden Symptome bei Krebspatienten beizutragen.

Kontakt

Prof. Dr. Karen Steindorf
Bewegung, Präventionsforschung und Krebs (G210)
Deutsches Krebsforschungszentrum
und Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Im Neuenheimer Feld 460
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42-2351

Ausgewählte Publikationen

  • Schmidt ME, Wiskemann J, Schneeweiss A, Potthoff K, Ulrich CM, Steindorf K (2017). Courses and determinants of physical, affective, and cognitive fatigue during breast cancer therapy and 12 months follow-up. Int J Cancer [Epub ahead of print].
  • Zimmer P, Schenk A, Kieven M, Holthaus M, Lehmann J, Lövenich L, Bloch W (2017). Exercise induced alterations in NK-cell cytotoxicity - methodological issues and future perspectives. Exerc Immunol Rev, 23, 66-81.
  • Steindorf K, Wiskemann J, Ulrich CM, Schmidt ME (2017). Effects of exercise on sleep problems in breast cancer patients receiving radiotherapy: a randomized clinical trial. Breast Cancer Res Treat, 162, 489-499.
  • van Vulpen JK, Schmidt ME, Velthuis MJ, Wiskemann J, Schneeweiss A, Vermeulen RCH, Habermann N, Ulrich CM, Peeters PHM, van der Wall E, May AM, Steindorf K (2017). Effects of physical exercise on markers of inflammation in breast cancer patients during adjuvant chemotherapy. Breast Cancer Res Treat [Epub ahead of print].
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