Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Familie und Forschung

Filmpremiere auf der Konferenz Frontiers in Cancer Research

Dass Frauen in der Wissenschaft noch wenig präsent sind, liegt auch oft an der herausfordernden Vereinbarkeit von Familie und Beruf in diesem Bereich. In der dynamischen Forschungslandschaft, die von Aktualität und Fortschritt geprägt ist, erweist dies sich gelegentlich als Herkulesaufgabe für junge Familien – insbesondere, wenn beide Elternteile in der Forschung tätig sind. Eine längere Arbeitsunterbrechung aufgrund von Elternzeit oder reduzierte Arbeitszeiten scheinen für viele aufstrebende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Luxus zu sein, den sie sich nicht leisten können, wenn sie weiterhin an der Spitze der Entwicklung aktueller Ergebnisse stehen möchten. Häufig treffen sie auch heute noch eine exklusive Wahl zwischen Familie und Karriere.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) unterstützt seit einigen Jahren junge Forschende und ihre Familien durch Angebote zur Flexibilisierung von Arbeitsplatz und –zeit oder einem beständig wachsenden Kinderbetreuungsangebot. Wie sich ein Leben mit Familie und Forschung unter diesen Rahmenbedingungen gestaltet, zeigt der Kurzfilm „Diversity am DKFZ – Familie und Forschung". Hier berichten DKFZ-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von ihren täglichen Erfahrungen mit dem Thema und sprechen über ihre persönlichen Lösungsansätze.

Der Film wird erstmals vom 9. bis 11. Oktober 2018 im Deutschen Krebsforschungszentrum anlässlich der Konferenz „Frontiers in Cancer Research" gezeigt. Diese Konferenz findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt und will einen Überblick über aktuelle und interdisziplinäre Krebsforschung geben.

Organisiert wird die Veranstaltung von der DKFZ Executive Women's Initiative, einem Zusammenschluss 31 leitender DKFZ-Wissenschaftlerinnen mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Belange von Frauen in der Naturwissenschaft zu stärken. Getreu dem Titel der Konferenz stoßen die Organisatorinnen dabei selbst in einen Grenzbereich vor.

Um für das immer noch starke Ungleichgewicht im Verhältnis von männlichen zu weiblichen Referierenden auf Fachtagungen zu sensibilisieren, luden sie von insgesamt 28 Vortragenden 23 Wissenschaftlerinnen ein, ihre Forschungsergebnisse zu teilen. Ein ungewöhnlicher Ansatz. Das lässt nur noch Platz für fünf männliche Referierende. Dabei legten die Initiatorinnen ihr Augenmerk darauf, primär mindestens gleichermaßen qualifizierte, aber der Fachöffentlichkeit weniger bekannte Kolleginnen zu gewinnen, anstatt sie, wie es leider häufig üblich sei, nur im Rahmen einer Quote anzufragen. Da die Anzahl von Frauen in höheren Positionen in der Wissenschaft weiterhin der der Männer deutlich nachsteht und sich das auch auf Einladungen zu Fachkongressen auswirkt, stellt eine bewusste Förderung und Repräsentation weiblicher Expertinnen auf ihrem Gebiet einen wichtigen Schritt zur allgemeinen gesellschaftlichen Normalisierung des Geschlechterverhältnisses dar.

Weitere Informationen

Webseite und Programm
http://www.sciencemag.org/news/2018/09/tired-male-dominated-meetings-leading-cancer-conference-makes-nearly-all-its-speakers
 
https://www.dkfz.de/de/executive-women/index.html 
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/07/PD14_268_213.html 

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