Arbeitsgruppe Umweltepidemiologie
Prof. Dr. Jürgen Wahrendorf
Die Arbeitsgruppe Umweltepidemiologie befasst sich vor allem mit zwei Forschungsbereichen, dem Einfluss von Bewegung auf das Krebsgeschehen und der Untersuchung von Risikofaktoren für Hirntumoren.
Bewegung gilt zunehmend als wichtiger modifizierbarer Lebensstilfaktor im Kampf gegen Krebs. Daher untersucht die Gruppe „Bewegung und Krebs“ die protektiven Effekte von Bewegung und verwandter Konzepte (Kraft, Fitness) auf das Krebsrisiko sowie die Prognose von Krebspatienten. Des Weiteren wird an methodischen Verbesserungen von Erhebungsinstrumenten für Bewegung gearbeitet, sowie an den möglichen biologischen Mechanismen für die positiven Effekte. Die Gruppe ist an verschiedenen großen nationalen und internationalen Beobachtungsstudien beteiligt und leitet mehrere randomisierte Sportinterventionsstudien für Krebspatienten.
In großen internationalen Querschnitts- und Längsschnittstudien (Interphone, Interocc, EPIC) werden Einflüsse der Umwelt (z.B. elektromagnetische Felder, Mobilfunk), von beruflichen Expositionen (chemische Substanzen, Metalle, Lärm) und aus dem gesundheitlichen Bereich auf die Entstehung von Hirntumoren untersucht. Dies betrifft insbesondere die Exposition zu ionisierender Strahlung in Diagnostik und Therapie, aber auch den Einfluss durch andere Erkrankungen und die Untersuchung möglicher inverser Zusammenhänge zwischen immunologischen Faktoren (IgE) und allergischen Erkrankungen (Asthma, Heuschnupfen, Ekzeme) auf die Tumorentstehung. Die Gruppe Bewegung und Krebs wird weiterhin die Relevanz des Faktors Bewegung in der Primärprävention von Krebs untersuchen und die Implementierung von Interventionsprogrammen in der Allgemeinbevölkerung unterstützen. Dafür werden Determinanten und der Einfluss eines körperlich inaktiven Lebensstils untersucht. Im Bereich klinische Epidemiologie wird die Gruppe weiterhin hochwertige Interventionsstudien und Bewegungsstrategien für Krebspatienten entwickeln, um die Evidenzbasis zu erweitern, die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen und das Rückfallrisiko, die Mortalität und die krebs- und therapiebedingten Nebenwirkungen, wie z.B. das Fatigue-Syndrom, zu verringern.
Ausgewählte Publikationen
Liedtke, S. et al. (2010): Physical Activity and Endogenous Sex Hormones in Postmenopausal Women: To what extent are observed associations confounded or modified by BMI? Cancer, Causes & Control, ;22, 81-89
Barnes, B.B. et al. (2011) Population attributable risk of invasive postmenopausal breast cancer and breast cancer subtypes for modifiable and non-modifiable risk factors. Cancer Epidemiol., Dec. 13. [Epub ahead of print]
INTERPHONE Study Group. (2010) Brain tumour risk in relation to mobile telephone use: results of the INTERPHONE international case-control study. Int J Epidemiol., 39, 695-698.
Schlehofer, B. et al. (2011) Primary Brain Tumours and Specific Serum Immunoglobulin E. A Case-Control Study Nested in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Cohort (EPIC). Allergy: European Journal of Allergy and Clinical Immunology, in press