Abteilung Translationale Immunologie
Prof. Dr. Philipp Beckhove (komm.)

Das Immunsystem besitzt die einzigartige Fähigkeit zur gezielten Erkennung und Abstoßung bösartiger Tumoren. Aus diesem Grund versprechen Immuntherapien in der Zukunft eine effiziente Ergänzung zu aktuellen Standardtherapieverfahren gegen Tumoren.
Die Abteilung „Translationale Immunologie“ hat die Aufgabe, neue Erkenntnisse zur Immunabwehr von Tumorerkrankungen zu gewinnen und aus der Grundlagenforschung in klinische Therapieverfahren zu überführen. Dieses Ziel wird mit Hilfe enger Kooperationen mit den onkologischen Abteilungen des Universitätsklinikums fachübergreifend verfolgt. Neue Therapiekonzepte der Abteilung werden unter dem Dach des Nationalen Zentrums für Tumorerkrankungen, NCT, klinisch umgesetzt.
Effektive Immunantworten basieren auf verschiedenen Wirkprinzipien. Im Rahmen synergistischer Projekte untersucht die Abteilung Möglichkeiten, die Funktionen des Immunsystems zur komplementären Bekämpfung von Tumoren einzusetzen. Das Projekt "T-Zell-Tumor-Immunität" (Prof. Dr. Beckhove) charakterisiert Mechanismen der Bildung und Regulation von T-Zellantworten gegen menschliche Tumoren. Die Projektgruppe „Tumorantigene“ (Prof. Dr. Eichmüller) untersucht die Immunogenität von Tumorantigenen und entwickelt Strategien zur Tumor-spezifischen Immunisierung in präklinischen Mausmodellen. Bedingungen der Aktivierung tumorlytischer T- und NK-Lymphozyten werden im Rahmen des Projektes "Antigenpräsentation und T-Zellaktivierung" (PD Dr. Momburg) untersucht. Beide Projekte werden ergänzt durch die Konstruktion virusähnlicher Vektoren (VLP) zur Stimulation tumorspezifischer Immunantworten (Projektgruppe "VLP", Dr. Cid).
Monoklonale Antikörper allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie haben sich in der vergangenen Dekade als wirksame Therapeutika bei der Behandlung von verschiedenen Tumorerkrankungen erwiesen. Mit Hilfe von "antibody-engineering"-Techniken werden neue therapeutische Antikörper entwickelt und präklinisch getestet (Projekt "Antikörpertherapie", Dr. Moldenhauer). Tumorassoziierte Zelladhäsionsmoleküle als vielversprechende Zielstrukturen für metastasierungsspezifische Immuntherapien und ihre Rolle während der Tumormetastasierung stehen im Mittelpunkt des Projektes "Adhäsion und Metastasierung" (Prof. Altevogt). Spezifische Glykosylierungsmuster an Tumorzellen und Tumorgefäßen sind nicht nur entscheidende Voraussetzungen der Tumorangiogenese und Tumorprogression, sondern stellen ideale Zielantigene für neue anti-Tumorstrategien dar ("Glykoimmunologie", PD Dr. Schwartz-Albiez).