Abteilung Epigenomik und Krebsrisikofaktoren

Prof. Dr. Christoph Plass

Unsere Abteilung beschäftigt sich mit den molekularen Mechanismen, die malignem Zellwachstum zugrunde liegen. Großes Interesse gilt hierbei den epigenetischen Veränderungen während dieses Prozesses u. dem Zusammenwirken von epigenetischen u. genetischen Veränderungen in der Tumorgenese. Eine Herausforderung ist es, den Einfluss von "Umwelteinflüssen" auf Veränderungen des "Epi-Genoms" zu verstehen, sowie die Auswirkungen auf Entstehung, Verlauf und Schweregrad der bösartigen Erkrankungen sowie Behandlungsoptionen u. Therapieansprechen zu untersuchen. DNA-Methylierung ist einer der wichtigsten Eckpfeiler epigenetischer Modifikationen. Veränderungen von DNA-Methylierung finden sich sowohl bei normalen Entwicklungs- und Differenzierungsprozessen als auch in der Tumorentstehung. Unser Schwerpunkt bei der Analyse aberranter DNA-Methylierungsvorgänge liegt sowohl bei hämatologischen Neoplasien, insbesondere akuten myeloischen Leukämien u. chronisch lymphatischen Leukämien, als auch bei soliden Tumoren im Lungen- sowie Hals- und Kopfbereich. Aktuelle Ergebnisse zeigen, dass nicht zufällige, musterartige, Tumortyp-spezifische DNA-Methylierungsveränderungen in malignen Erkrankungen existieren. Hierbei konnten bereits einige neue, durch charakteristische DNA-Methylierungsveränderungen inaktivierte Zielgene identifiziert werden. Darauf basierend, ist es zunehmend möglich, spezifische epigenetische Veränderungen als Marker für Diagnose u. Verlauf bzw. Prognose von Erkrankungen zu verwenden.

Die Epigenetik entwickelt sich schnell und spielt eine Rolle in vielen Bereichen der Krebsforschung. Eine Herausforderung ist hierbei die Einbeziehung epigenetischer Fragen in andere Datensätze. Zum Beispiel beruhte das Profiling von Krebsgenomen in der Vergangenheit hauptsächlich auf der Beschreibung genetischer Veränderungen. Nun müssen epigenetische Datensätze integriert werden, um molekulare Defekte beim Krebs vollständig zu verstehen. Unsere Abteilung legt ihre Schwerpunkte auf die folgenden 4 Forschungsrichtungen:

  • Evaluierung von genomweiten epigenetischen Mustern
  • Identifizierung von neuen Krebsgenen und -pathways durch epigenetische Veränderungen
  • Bestimmung der Rolle, die die Epigenetik beim Krebsrisiko und -verlauf spielt
  • Evaluierung der Rolle, die die Epigenetik bei der Regulierung der DNA Reparatur spielt


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Kontakt

Prof. Dr. Christoph Plass
Epigenomik und Krebsrisikofaktoren (C010)
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 42 3300

Ausgewählte Publikationen

  • Oakes CC, Seifert M, Assenov Y, Gu L, Przekopowitz M, Ruppert AS, Wang Q, Serva A, Koser S, Brocks D, Lipka D, Bogatyrova O, Mertens D, Zapatka M, Lichter P, Döhner H, Küppers R, Zenz T, Stilgenbauer S, Byrd JC and Plass C. Progressive epigenetic programming during B cell maturation yields a continuum of disease phenotypes in chronic lymphocytic leukemia. Nat Genet, 48(3):253-264, 2016.
  • Wang Q, Gu L, Adey A, Radlwimmer B, Wang W, Hovestadt V, Bähr M, Wolf S, Shendure J, Eils R, Plass C, Weichenhan D. Tagmentation-based whole-genome bisulfite sequencing. Nat Protoc, 8:2022-2032, 2013.
  • Arab K, Park YJ, Lindroth AM, Schäfer A, Oakes C, Weichenhan D, Lukanova A, Lundin E, Risch A, Meister M, Dienemann H, Dyckhoff G, Herold-Mende C, Grummt I, Niehrs C, Plass C. Long Noncoding RNA TARID Directs Demethylation and Activation of the Tumor Suppressor TCF21 via GADD45A. Mol Cell, 55:604-614, 2014.
  • Weigel C, Veldwijk MR, Oakes CC, Seibold P, Slynko A, Liesenfeld DB, Rabionet M, Hanke SA, Wenz F, Sperk E, Benner A, Rösli C, Sandhoff R, Assenov Y, Plass C, Herskind C, Chang-Claude J, Schmezer P, Popanda O. Epigenetic regulation of diacylglycerol kinase alpha promotes radiation-induced fibrosis. Nat Commun, 7:10893, 2016.
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