Die Bürgerinnen und Bürger von Bayern haben ein Zeichen für den Gesundheitsschutz gesetzt: 61 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten beim Volksentscheid in Bayern zum Nichtraucherschutz für ein vollständiges Rauchverbot in der Gastronomie. Dies ist einzigartig in der Europäischen Union. Die Wahlberechtigten Bayerns bezogen eindeutig Position für einen umfassenden und ausnahmslosen Nichtraucherschutz. Dieses Ergebnis bestätigt eine Entwicklung, die vonseiten des DKFZs seit Jahren durch Bevölkerungsbefragungen festgestellt wurde: Die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich eine rauchfreie Gastronomie.
Das DKFZ begrüßt das Ergebnis dieses Volksentscheids und hofft, dass die anderen Bundesländer und die Bundesregierung diese Entscheidung zum Vorbild nehmen und bundesweit einen konsequenten Nichtraucherschutz in der Gastronomie einführen werden. „Nur eine vollständig rauchfreie Gastronomie schützt Mitarbeiter und Gäste wirkungsvoll vor den Gesundheitsgefahren des Passivrauchens“, erklärt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Der Zigarettenkonsum stellt in den Industrieländern das bedeutendste einzelne Gesundheitsrisiko und die führende Ursache frühzeitiger Sterblichkeit dar. Sowohl die Krankheitsbelastung durch Zigarettenkonsum als auch dessen Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit sind in ihrem Ausmaß historisch beispiellos. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich vier Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen des Zigarettenkonsums. Allein in Deutschland sterben pro Jahr 110.000 bis 140.000 Menschen an tabakbedingten Krankheiten. Um dem Problem der Tabakepidemie angemessen begegnen zu können, errichtete die WHO weltweit Kollaborationszentren für Tabakkontrolle. Das im Jahr 2002 gegründete Heidelberger Zentrum ist Teil eines WHO-Netzwerkes, das bisher zehn WHO-Zentren umfasst und auf 25 ausgebaut werden soll. Das WHO-Kollaborationszentrum in Heidelberg ist neben dem in Bilthoven das zweite in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation.
Das Heidelberger WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle wurde gegründet mit der Zielsetzung, einen spürbaren Beitrag zu nationalen und internationalen Bemühungen um die Verringerung des Tabakkonsums zu leisten. Kernarbeitsgebiete sind die Bereitsstellung von Wissen und Erkenntnissen über das Ausmaß des Tabakkonsums, Herausstellung tabakbedingter gesundheitlicher und ökonomischer Konsequenzen sowie die Erarbeitung wirksamkeitsüberprüfter Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums. Besonderer Wert wird auf die Kommunikation mit Entscheidungsträgern aus Politik, Medien und Gesundheitsberufen gelegt.
Deutsches Krebsforschungszentrum
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