Krankenhäuser sollten rauchfrei sein

Raucheranteile in Gesundheitsberufen bei Frauen
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2003 gab es laut Statistischem Bundesamt 2197 Krankenhäuser in Deutschland. Sie alle sind sowohl Arbeitsstätte für das Krankenhauspersonal als auch Orte der Genesung für kranke Menschen, die gesund werden wollen und dabei professionelle Unterstützung benötigen. Ein derart (für sich selbst und andere) gesundheitsschädigendes Verhalten wie das Rauchen sollte gerade im Bereich eines Krankenhauses keinen Platz haben. Somit kommt den Krankenhäusern in Bezug auf den Nichtraucherschutz eine große Bedeutung zu.
Sie sollten ihrer Bestimmung gemäß, eine rauchfreie Umgebung sowohl für die Patienten als auch für die Beschäftigten gewährleisten, und Raucher bei der Tabakentwöhnung aktiv unterstützen.

Auch bei den Gesundheitsberufen gibt es einen nicht unerheblichen Raucheranteil. Die Abbildung zeigt eine Statistik von 2005 zu Raucheranteilen in ausgewählten Gesundheitsberufen bei Frauen. Um das Ziel eines rauchfreien Krankenhauses umsetzen zu können, ist es wichtig, auch hier Überzeugungsarbeit zu leisten und für das in der Klinik tätige Personal Unterstützung zur Raucherentwöhnung anzubieten.

Rechtliche Grundlage für ein Rauchfreies Krankenhaus

§ 5 Nichtraucherschutz der Arbeitsstättenverordnung vom August 2004 besagt, dass „der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen zu treffen hat, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind“.

Rauchfreies Krankenhaus als Chance

Die Schaffung eines Rauchfreien Krankenhauses ist ein dynamischer Prozess, dessen Ziel es ist, das gesamte Krankenhausareal von Tabakrauch frei zu halten.

Das Rauchfreie Krankenhaus soll keine Diskriminierung für rauchende Patienten oder Beschäftigte darstellen, sondern vielmehr Anlass und Chance sein, den Rauchstopp gezielt zu fördern. Hierfür kann das Krankenhaus die nötige Motivation geben. Mit stark eingeschränkten Möglichkeiten zum Rauchen, einer umfassenden Information über die Gesundheitsgefahren und Tabakentwöhnungsangeboten kann der erste Schritt zur Rauchfreiheit erleichtert werden.

Deutsches Netzwerk rauchfreier Krankenhäuser

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Um möglichst viele Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen als rauchfreie Einrichtungen zu etablieren, förderte das Bundesministerium für Gesundheit den Aufbau des Deutschen Netzes Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen DNRfK e.V. und die Umsetzung von Beratung und Tabakentwöhnung von 2005 bis 2010 im Rahmen von zwei Modellprojekten. Insgesamt beteiligten sich  etwa 200 Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen an der Umsetzung internationaler Standards für rauchfreie Gesundheitseinrichtungen. Auf dieser Basis wird die Arbeit des DNRfK fortgeführt und deren Inhalte weiterentwickelt.

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Das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen (DNRfK e.V.) unterstützt mit „rauchfrei plus“ die Beratung und Tabakentwöhnung auf der Basis eines rauchfreien Umfelds. Implementiert wird dabei das Konzept des ENSH-Global Network for Tobacco Free Health Care Services (www.ensh.org
Je nach Umsetzungsgrad der Standards können ENSH-Global Zertifikate in Bronze und Silber und die internationale Gold Forum Membership erworben werden.

Gemeinsam mit der Hochschule Esslingen und dem Institut für Therapieforschung München entwickelt das DNRfK mit dem Modellprojekt „astra -Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege“ ein Programm, das SchülerInnen in Pflegeberufen dabei unterstützt, rauchfrei zu bleiben oder es wieder zu werden.

Pflegeschulen können mit dem astra-Programm Mitglied im DNRfK e.V. werden und so von der Implementierung in Schule und Praxis profitieren.

Links:

Deutsches Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen (DNRfK e.V.):
www.rauchfrei-plus.de und
astra  - Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege:
www.astra-programm.de

Zum ENSH-Global Network for Tobacco Free Health Care Services: www.ensh.org

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