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Gesundheitsrisiko Passivrauchen

Wie gesundheitsgefährdend ist Passivrauchen?

Vergrößerte Ansicht © dkfz.de

Passivrauchen ist in jedem Fall gesundheitsgefährdend, es gibt keine unbedenkliche oder unschädliche Dosis. Selbst wenn man dem Tabakrauch nur kurzfristig oder in geringen Mengen ausgesetzt ist, können die krebserzeugenden Stoffe zur Entwicklung von Tumoren beitragen.

Die chemische Zusammensetzung des passiv aufgenommenen Rauches gleicht der des aktiv inhalierten Tabakrauches. Tabakrauch enthält über 4800 verschiedene Substanzen. Bei über 70 dieser Substanzen ist nachgewiesen, dass sie krebserregend sind. Neben giftigen Substanzen wie Blausäure, Ammoniak oder Kohlenmonoxid enthält Tabakrauch krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine, Benzol, Arsen und das radioaktive Isotop Polonium 210.

Partikel des Tabakfeinstaubs lagern sich an Wänden, Textilfasern (z.B. Vorhängen) und Einrichtungsgegenständen ab und werden von dort wieder in die Raumluft abgegeben. In Räumen, in denen geraucht wird, ist man also ständig den schädlichen, im Tabakrauch enthaltenen Stoffen ausgesetzt, sogar dann noch, wenn gerade nicht dort geraucht wird! Also: Auch "kalter" Rauch gefährdet die Gesundheit.

Lüftungsanlagen schützen nicht wirksam vor den Schadstoffen des Tabakrauches, selbst die modernsten Ventilationssysteme können diese nicht vollständig aus der Raumluft entfernen.


An den Folgen des Passivrauchens sterben in Deutschland jährlich mehr als 3300 Nichtraucher.

Unmittelbare Folgen des Passivrauchens sind:

  • Reizung der Atemwege, wodurch Kurzatmigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten können.
  • Entwicklung chronischer und teilweise tötlich verlaufender Erkrankungen im Bereich der Atemwege (COPD), des Herz-Kreislaufsystems sowie von unterschiedlichen Krebserkrankungen.
  • Plötzlicher Kindstod bei Säuglingen. Etwa 60 Säuglinge versterben jährlich infolge des Passivrauchens bzw. durch die vorgeburtliche Schadstoffbelastung, weil die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat.

Gerade Kinder sind häufig passiv dem Tabakrauch ausgesetzt

  • Über 170 000 Kinder werden jährlich schon im Mutterleib den Schadstoffen des Tabakrauches ausgesetzt, weil die Mütter während der Schwangerschaft rauchen.
  • Die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren und etwa zwei Drittel aller 6 - 13 jährigen Kinder leben in Haushalten, in denen mindestens eine Person raucht.
  • Über acht Millionen Kinder unter 18 Jahren leben in Haushalten mit mindestens einem Raucher.
  • Mehr als 35 Millionen Nichtraucher werden zu Hause, am Arbeitsplatz oder in ihrer Freizeit durch Passivrauchen belastet.
  • Allein am Arbeitsplatz sind noch immer etwa 8,5 Millionen nichtrauchende Erwerbstätige passsiv dem Tabakrauch ausgesetzt.

Informationen zum Thema

Letzte Aktualisierung: 17.05.2013 Seitenanfang