1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite

COPD - chronic obstructive pulmonary disease

Nach dem Thoraxröntgen steht die hochauflösende Computertomographie (HRCT) an nächster Stelle in der weiterführenden Diagnostik der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Während die Thoraxübersicht ein Summationsverfahren darstellt, ist die HRCT als Schnittbildverfahren eine überlagerungsfreie Technik. Sie konnte sich als nicht-invasiver Gold-Standard zur Diagnostik und Beurteilung der Schweregrade bei obstruktiven Erkrankungen etablieren. Die MRT ist ein relativ neues Verfahren in der Thoraxdiagnostik. Die Darstellung des Lungenparenchyms an sich gelingt nicht zufrieden stellend. Die Vorteile der MRT liegen in der Möglichkeit funktionelle Untersuchungen durchzuführen, welche im Vergleich zur Lungenfunktion, eine Ortszuordnung ermöglichen.

Computertomographie (CT)

coronar reformatiertes CT
Coronar reformatierte Darstellung des Lungenparenchyms im CT | © dkfz.de

Die visuelle Beurteilung der Parenchymdestruktion bei COPD erlaubt eine sensitivere Klassifikation der Schwere der Erkrankung als die Lungenfunktion, dies vor allem in den Anfangsstadien. Bei einer Obstruktion kommt es zu einem Verlust der bindegewebigen Anteile im Lungenparenchym. Mit der rasanten Entwicklung und Verbreitung von Mehrschicht CT Geräten gelingt es allerdings zunehmend den gesamten Thorax in dünnen Schichten innerhalb eines Atemanhalts zu akquirieren. Die Vorteile einer lückenlosen Abdeckung des Lungenparenchyms liegen auf der Hand. Es lassen sich damit Rekonstruktionen in allen Orientierungen anfertigen, die ein wesentlich genaueres Bild obstruktiver Erkrankungen liefern, die eine heterogene Distribution aufweisen. Für die Bildgebung der Atemwegsveränderungen ist das von entscheidender Bedeutung. Konnte man früher nur einzelne Abschnitte darstellen, gelingt heute eine entsprechende Rekonstruktion dem Verlauf des Bronchus entsprechend. An diesen Rekonstruktionen lassen sich dann die Wanddicke oder Schleimhautschwellung exakt messen. Diese Möglichkeiten sind vor allem zur Therapiekontrolle z.B. anti-inflammatorischer Medikamente wichtig.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Lungenperfusion im MRT
Darstellung der Lungenperfusion im MRT | © dkfz.de

Die MRT ist in der Lage exzellent zwischen verschiedenen Weichteilgeweben zu differenzieren. In der Lunge allerdings grenzen sehr dünne und feine Strukturen an luftgefüllte Hohlräume. Dies führt zu so genannten Suszeptibilitätsartefakten, welche den Einsatz der MRT in Bereich des Lungenparenchyms lange Zeit unmöglich erscheinen hat lassen. Auch aktuelle Entwicklungen im Bereich Sequenzen, Spulen und Hardware der Tomographen erlauben immer noch keine zufrieden stellende Darstellung des Lungenparenchyms. Daher sind die Erfahrungen der Thorax-MRT noch begrenzt und auf wenige Zentren verteilt.
Allerdings existieren erste Ansätze die Trachea und Hauptbronchien darzustellen. Neben der Morphologie steht allerdings bei den obstruktiven Erkrankungen die funktionelle Einschränkung im Vordergrund. Hier bietet die MRT vielversprechende Möglichkeiten die lokale Funktion zu beurteilen. Mit der MRT lassen sich röntgenstrahlungsfrei die Atemexkursionen und Parenchymbewegung in verschiedenen Ebenen untersuchen. Dadurch lassen sich lokale Ventilationseinschränkungen von globalen differenzieren. Zum anderen ist die Lungenperfusionsmessung in der Lage die lokale Durchblutung anzuzeigen und in ersten Studien auch quantitativ auszuwerten.


Software-gestützte 3D Segmentierung der CT-Bilder und farbkodierte Darstellung (im transversalen CT-Bild) der morphologisch veränderten Lungenareale sowie 3D Bronchien-Darstellung | © dkfz.de
Letzte Aktualisierung: 08.03.2010 Seitenanfang