Bimodale PSMA Inhibitoren

Die multimodale Bildgebung oligometastasierter Prostatakarzinome ist ein erfolgversprechender Therapieansatz für betroffene Patienten. Um eine präzise Lokalisierung und Resektion von Läsionen zu ermöglichen, sind ausgehend von PSMA-11 bimodale PSMA-Inhibitoren entwickelt worden. Hierbei wird das radioaktive Signal für die präoperative Bildgebung mittels PET/CT verwendet, während das Fluoreszenzsignal intraoperativ zur präzisen Detektion und Abgrenzung von Läsionen herangezogen werden kann. In präklinischen und in vivo Proof-of-Concept-Studien mit den bimodalen PSMA-Inhibitoren konnten vielversprechende pharmakokinetische Eigenschaften mit einer hohen Tumoranreicherung nachgewiesen werden. Zudem ließ sich ein PSMA-spezifisches Fluoreszenzsignal der bimodalen Verbindungen in vivo detektieren. Die erfolgreichen präklinischen Proof-of-Concept Studien verdeutlichen die Möglichkeit der Tumorvisualisierung mit diesen Liganden und sind eine erfolgversprechende Grundlage für die nun folgende klinische Translation. Die bildgestützte Navigation des Chirurgen durch bimodale PSMA-Inhibitoren hat das Potential, Therapieentscheidungen durch sensitive Detektion von Tumorgewebe zu verbessern und das Risiko des Verbleibs von malignem Gewebe bei einer Operation zu reduzieren. Durch die Kombination nuklearmedizinischer Bildgebung mit einer Fluoreszenzdetektion kann somit eine sensitive und hochspezifische prä-, intra- sowie posttherapeutische Identifikation von Tumorgewebe erzielt werden.

Henry N. Wagner, Jr, MD Image of the year Award 2017 (Baranski AC et al.) of the Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging (SNMMI) – 64th Annual Meeting, Denver, CO, USA.
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