Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Preisregen im DKFZ

Nr. 65a | 20.12.2017 | von Koh

Am Dienstag, 19.12.2017, durften sich sechs junge Krebsforscherinnen und Krebsforscher über wissenschaftliche Auszeichnungen freuen: Der Waltraud-Lewenz-Preis, der Walther und Christine Richtzenhain-Preis, der Andreas Zimprich-Preis und der Nicola Werner-Nachwuchspreis wurden über das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) bei einer Festveranstaltung vergeben. Die Bayer-Stiftung schloss sich an und verlieh gleichzeitig den Bayer Early Excellence in Science Award.

v.l.n.r.: Christoph Geisenberger (Andreas Zimprich-Preis); Elham Pishali (Richtzenhain-Preis); Daniel Hasche (Nicola Werner Nachwuchspreis; Theresa Bunse (Bayer Early Excellence in Science Award); David Brocks (Waltraud-Lewenz-Preis). Es fehlt die Richtzenhain-Preisträgerin Susan Kläger
© Uwe Anspach/DKFZ

Der Waltraud-Lewenz-Preis 2017 und damit ein Preisgeld von 7500 Euro gingen an David Brocks aus der Abteilung Epigenomik und Krebsrisikofaktoren. Er hatte herausgefunden, dass Medikamente, die in Tumorzellen epigenetische Veränderungen ausradieren sollen, gleichzeitig die Produktion unzähliger mysteriöser Genabschriften ankurbeln. Die ungewöhnliche Genaktivität hat das Potenzial, das Immunsystem anzuregen – ein bislang unbeachteter Effekt, der die Wirkung der Therapeutika verstärken kann.

Der Waltraud-Lewenz-Preis wurde von der gleichnamigen Lehrerin aus Wiesbaden gestiftet. Sie starb 1999 im Alter von 58 Jahren an Krebs. Der Preis ist Teil ihres Nachlasses und wird alle zwei Jahre für herausragende Forschung am DKFZ vergeben.

Der Richtzenhain-Preis, der in diesem Jahr für Dissertationen verliehen wurde, ging zu gleichen Teilen mit je 2.500 EUR an zwei Preisträgerinnen vom Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung (DKTK):

Susan Kläger, die derzeit am Broad Institute of MIT and Harvard in den USA arbeitet, wurde für ihre Forschung am DKTK-Standort München (Technische Universität München) geehrt. Sie hatte mit ihrer Doktorarbeit gezeigt, dass zielgerichtete Krebsmedikamente, so genannte Kinaseinhibitoren, ein deutlich breiteres Wirkungsspektrum haben ursprünglich erwartet.

Die DKTK-Wissenschaftlerin Elham Pishali fertigte ihre preisgekrönte Dissertation an der Technischen Universität Dresden an. Dort untersuchte sie, wie T-Zellen gezielt auf Prostatakrebszellen gelenkt werden können, um eine kombinierte Radio-Immuntherapie gegen die Erkrankung zu entwickeln.

Der Preis geht auf das Darmstädter Arztehepaar Richtzenhain zurück. Die im Jahr 1975 verstorbene Christine Richtzenhain stiftete einige Jahre vor ihrem Tod den „Walther und Christine Richtzenhain-Preis" zum Andenken an ihren an Pankreaskrebs verstorbenen Mann. Er war Neurologe, Psychiater und studierter Theologe und engagierte sich in der Deutschen Friedensgesellschaft. Zu den allerersten Preisträgern des Richtzenhain-Preises zählt im Jahr 1971 Harald zur Hausen, der spätere Nobelpreisträger und langjährige Vorstandsvorsitzende des DKFZ.

Der mit 2.500 Euro dotierte Andreas Zimprich-Preis ging an Christoph Geisenberger, der derzeit am Hubrecht Institute for Developmental Biology and Stem Cell Research in Utrecht forscht. Er erhielt die Auszeichnung für seine Untersuchungen zu Biomarkern, die mit einem Langzeitüberleben beim Glioblastom assoziiert sind. Die Arbeit hatte er in der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführt.

Der Preis geht auf die in Heilbronn ansässige Familie Zimprich zurück, deren Sohn Andreas vor einigen Jahren an einem Hirntumor verstarb. Die Familie entschloss sich damals, die Forschung auf dem Gebiet der Neuroonkologie zu unterstützen. Sie gründeten zusammen mit dem DKFZ die Andreas Zimprich-Stiftung, die seit 2015 alle zwei Jahre den Andreas Zimprich-Preis für eine herausragende medizinische Dissertation in der Neuroonkologie vergibt.

Den Nicola Werner Nachwuchspreis 2017 erhielt Daniel Hasche, Abteilung Virale Transformationsmechanismen des DKFZ. Der junge Virusforscher konnte kürzlich erstmals den experimentellen Beweis dafür erbringen, dass bestimmte humane Papillomviren auch für die Entstehung von weißem Hautkrebs verantwortlich sind.

Der mit 2.000 Euro dotierte Nicola Werner Preis ist nach der Künstlerin benannt, die im Jahr 2016 an einem HPV-bedingten Tumor verstarb. Sie setzte sich für die HPV-Forschung ein und wollte Präventionsmöglichkeiten wie die HPV-Impfung bekannter machen. Mit dem Preis sollen Nachwuchswissenschaftler des DKFZ mit einer herausragenden Dissertation oder Publikation auf dem Gebiet der HPV-Forschung ausgezeichnet werden.

Über das mit 10.000 Euro höchste Preisgeld des Tages durfte sich Theresa Bunse freuen, die für ihre Forschung in der klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie den Bayer Early Excellence in Science Award 2016 (Kategorie Medizin) erhält. Die Bayer Stiftung will mit der Auszeichnung kreative Nachwuchsforscher bereits in frühen Stadien ihrer Karriere fördern.

Theresa Bunse war es gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln, der hochspezifische Immunreaktionen gegen ein in vielen Tumoren charakteristisch verändertes Protein hervorruft. Der Impfstoff konnte bei Mäusen das Tumorwachstum stoppen und wurde bereits in einer klinischen Studie der Phase I auf seine Sicherheit überprüft.

Gemeinsam mit den Preisträgern feierte auch der Wissenschaftliche Rat des DKFZ, der sich auf den Tag genau seit 40 Jahren für die Forschungsbelange des Krebsforschungszentrums engagiert.

Ein Bild zur Pressemitteilung steht zum Download zur Verfügung unter:
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BU: v.l.n.r.: Christoph Geisenberger (Andreas Zimprich-Preis); Elham Pishali (Richtzenhain-Preis); Daniel Hasche (Nicola Werner Nachwuchspreis; Theresa Bunse (Bayer Early Excellence in Science Award); David Brocks (Waltraud-Lewenz-Preis). Es fehlt die Richtzenhain-Preisträgerin Susan Kläger.

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Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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