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Rauchfreie Gaststätten in Deutschland 2013: Vier von fünf Deutschen stimmen für konsequenten Nichtraucherschutz

Nr. 43 | 09.09.2013 | von MPL/Sel

Die Zustimmung der Bevölkerung zur rauchfreien Gastronomie hat einen neuen Rekordwert erreicht. Laut einer Umfrage im Auftrag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, sprechen sich fast 82% der Befragten für ein Rauchverbot in Gaststätten aus. Im Jahr 2005 - also vor Inkrafttreten der Nichtraucherschutzgesetze - lag die Zustimmung noch bei 53%.

Vergrößerte Ansicht © dkfz.de

„Diese breite Akzeptanz für den Nichtraucherschutz auch in der Gastronomie ist vor allem auf einen Einstellungswandel der Raucher zurückzuführen“, erklärt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ. „Während sich im Jahr 2007, in dem die Bundesländer Nichtraucherschutzgesetze einführten, nur 30% der Raucher für rauchfreie Gaststätten aussprachen, hat sich ihr Anteil bis zum Jahr 2013 auf 59% erhöht und damit fast verdoppelt.“

Seit Jahren spricht sich die große Mehrheit der Nichtraucher für ein Rauchverbot im Gastgewerbe aus. Deren Zustimmungsquote ist mit 93% unverändert hoch. Und auch bei den ehemaligen Rauchern sind die Befürworter konstant in der Mehrheit: die Zustimmung liegt aktuell bei 89%.

Die aktuelle repräsentative Umfrage unter 2000 Deutschen über 16 Jahren, die das DKFZ bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegeben hatte, enthält auch die Parteipräferenz der Befragten. Diese ist im Jahr der Bundestagswahl von besonderer Bedeutung: Unter den Wählern aller im Bundestag vertretenen Parteien sind die Befürworter der rauchfreien Gastronomie in der Überzahl, wobei der größte Anstieg der Akzeptanz unter den Anhängern der SPD zu verzeichnen ist. Die Zustimmungsquoten liegen für die Wähler der Grünen bei 88,5%, der CDU/CSU bei 83,5%, der SPD bei 83,1%, der Linken bei 82,5% und der FDP bei 77,0%.

Derzeit versuchen einzelne Kneipenwirte in Nordrhein-Westfalen, die Landesregierung durch teilweise aggressive Protestaktionen zur Lockerung des Nichtraucherschutzes zu bewegen. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die lautstarken Rauchergruppen im Widerspruch stehen zu den Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung“, sagt Martina Pötschke-Langer. Bereits zum Zeitpunkt der Umfrage, im Februar 2013, gab es in NRW eine massive Kampagne der Tabaklobby gegen die Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes in Deutschlands größtem Bundesland. Diese Kampagne scheiterte und hat offenkundig die Mehrheit der Bevölkerung nicht beeindruckt.

Die DKFZ-Studie kann bei der Stabsstelle Krebsprävention bestellt (who-cc@dkfz.de) oder abgerufen werden unter:
www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/AdWfdP-Rauchfreie-Gaststaetten-2013.pdf

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung: 09.09.2013 Seitenanfang