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Einladung zur Darmkrebs-Früherkennung

Nr. 08 | 28.02.2012 | von Koh

Im Darmkrebsmonat März fällt der Startschuss für ein Modellprojekt des Deutschen Krebsforschungszentrums zur besseren Früherkennung von Darmkrebs. Informationen dazu sowie zu allen weiteren Fragen zum Thema Darmkrebs gibt der Krebsinformationsdienst im März über eine zusätzliche Leitung.

Vergrößerte Ansicht © dkfz.de

Darmkrebs entsteht langsam. Die Vorstufen brauchen meist viele Jahre, um sich zu einem gefährlichen Karzinom zu entwickeln. Sie sind bei einer Darmspiegelung, der so genannten Koloskopie, gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Daher kann Darmkrebs weit besser als andere Krebsarten durch konsequente Früherkennung verhütet werden. Seit 2002 ist die Darmspiegelung Bestandteil des deutschen gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung, bereits seit 1977 wird den Versicherten ein Test auf okkultes Blut im Stuhl angeboten.

„Würden mehr Menschen diese Untersuchungen wahrnehmen, ließe sich in Deutschland eine bedeutende Zahl von Darmkrebserkrankungen vermeiden“, sagt Professor Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an beiden Früherkennungsuntersuchungen zu steigern, startet der DKFZ-Epidemiologe in Zusammenarbeit mit dem Krebsregister Saarland in Kürze ein Modellprojekt: Bisher setzte man allein auf die Eigeninitiative der Menschen, die Früherkennungsangebote wahrzunehmen. Mit dem Forschungsvorhaben dagegen soll ein so genanntes „organisiertes Screening“ erprobt werden. Anhand des Melderegisters zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erhalten eine persönliche Einladung zu je einer der beiden Früherkennungsuntersuchungen. Angeschrieben werden insgesamt etwa 30.000 Saarländer der Geburtsjahrgänge 1962 und 1957.

Mit dem Vorhaben sollen verschiedene Fragen geklärt werden: In welchem Umfang lässt sich die Teilnahmerate an beiden Verfahren steigern? Bringen wiederholte Einladungen eine weitere Verbesserung? Ist es sinnvoll, gleich die Testmaterialien für die Stuhluntersuchungen mitzuschicken? Wie häufig wird nach einem Nachweis von Blut im Stuhl der Befund durch eine Darmspiegelung abgeklärt?

„Natürlich müssen wir auch die Kosteneffektivität des einladungsbasierten Screenings erfassen, das heißt, die Kosten dem langfristig zu erwartenden Rückgang an Darmkrebsfällen gegenüberstellen. Daher ist es wichtig, eine organisatorisch möglichst einfache Vorgehensweise zu entwickeln“, erklärt Hermann Brenner. „Ist das Projekt erfolgreich – was wir erwarten – so könnte es als Modell für eine bundesweite Einführung der einladungsbasierten Darmkrebsfrüherkennung dienen.“ Nach dem erfolgreichen Vorbild von einladungsbasierten Screening-Programmen in anderen Ländern setzte man in Deutschland bei der Einführung des Mammographie-Screenings zur Früherkennung von Brustkrebs sogar von Anfang an darauf, die Frauen per Brief einzuladen.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen des Nationalen Krebsplans über drei Jahre gefördert.

Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums beantwortet Fragen von Patienten, Angehörigen und der interessierten Öffentlichkeit zum Thema Krebs. Interessierte können täglich von 8.00-20.00 Uhr unter der kostenfreien Nummer 0800-420 30 40 anrufen oder sich per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de wenden. Auf der Internetseite www.krebsinformationsdienst.de stellt der Dienst außerdem zahlreiche Informationen zum Thema Krebs bereit.

Im Darmkrebsmonat März schaltet der KID eine zusätzliche Leitung zum Thema Darmkrebsfrüherkennung unter der gleichen kostenfreien Nummer werktags von 9.00-19.00 Uhr frei. Hier informieren Mitarbeiter des KID über die verschiedenen Möglichkeiten der Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs sowie über die Erkrankung selbst und die Behandlungsmöglichkeiten.

Krebsinformation hat eine Nummer: 0800  420 30 40 (täglich von 8 bis 20 Uhr)
Krebsinformation per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
Krebsinformation im Internet: www.krebsinformationsdienst.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung: 28.02.2012 Seitenanfang