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Wirksame Bekämpfung des illegalen Zigarettenhandels ist machbar: Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums

Nr. 06 | 16.02.2010 | von MPL/Sel

"Zigarettenschmuggel unterminiert jegliches Bestreben der Tabakprävention, den Konsum von Zigaretten zu vermindern, und steht somit im Gegensatz zur Krebsprävention", sagt Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ in Heidelberg. Aus diesem Grund hat sich das DKFZ entschlossen, einen Report mit dem Titel "Illegaler Zigarettenhandel und seine wirksame Bekämpfung zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung" in der Roten Reihe Tabakprävention und Tabakkontrolle zu veröffentlichen. Grundlage bilden die in englischer Sprache erschienen Analysen von Joosens et al. (International Union Against Tuberkulosis and Lung Disease, 2009) und Johnson (Action on Smoking and Health, 2009).

Vergrößerte Ansicht © dkfz.de

Da Schmuggelware billiger ist als legal gehandelte Zigaretten, ist sie für Raucher attraktiv. Insbesondere bei Jugendlichen und anderen einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen steigert ein verbilligtes Angebot die Nachfrage. So fördert der illegale Handel den Tabakkonsum eher als ihn zu verringern und je mehr Menschen rauchen, desto mehr Raucher fallen auch tabakbedingten Krankheiten zum Opfer. Neben dieser gesundheitspolitischen Relevanz verursacht er außerdem allein in Deutschland einen jährlichen Steuerschaden in Milliardenhöhe. Politisches Ziel sollte es also sein, den illegalen Zigarettenhandel so weit wie möglich zu beseitigen.

Die neue Veröffentlichung gibt einen Überblick über das weltweite Ausmaß des Zigarettenschmuggels in verschiedenen Ländern. Das Beispiel Großbritannien zeigt, dass gegen den illegalen Zigarettenhandel erfolgreich angegangen werden kann, denn dort konnte er mit Hilfe verschiedener Maßnahmen von 20 Prozent im Jahr 2000 auf 13 Prozent (2006/2007) verringert werden. Außerdem werden der Verlust an Steuereinnahmen und die Anzahl von tabakbedingten Todesfällen, die auf Kosten des illegalen Zigarettenhandels gehen, zahlenmäßig erfasst. Auch wird der Entwurf des Protokolls zur Eliminierung des illegalen Handels mit Tabakprodukten vorgestellt, das die Umsetzung von Artikel 15 des weltweiten Rahmenabkommens zur Tabakkontrolle (FCTC) regeln soll. Artikel 15 fordert von den Vertragsparteien, rechtlich gegen alle Formen des illegalen Handels mit Tabakprodukten, Schmuggel, illegale Herstellung und Fälschung eingeschlossen, vorzugehen.

Deutlich wird, dass eine wirksame Bekämpfung des illegalen Zigarettenhandels machbar ist – die Politik muss nur handeln.

Die Publikation kann unter www.tabakkontrolle.de heruntergeladen werden oder ist im Original bei der Pressestelle des Deutschen Krebsforschungszentrums zu beziehen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung: 16.02.2010 Seitenanfang