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Dem Lungenkrebs auf der Spur: Studie zur Früherkennung läuft weiter

Nr. 1 a | 13.01.2010 | von nis

Zum Jahresbeginn verschickt das Deutsche Krebsforschungszentrum erneut Fragebögen zum Thema Rauchgewohnheiten an zufällig ausgewählte Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren aus dem Rhein-Neckar-Kreis. Die Befragung ist Teil einer seit Herbst 2007 laufenden Studie mit dem Ziel, die Methoden für eine frühzeitige Diagnose von Lungenkrebs und damit die Heilungschancen dieser häufig tödlich verlaufenden Tumorerkrankung zu verbessern.

Zum Jahresbeginn verschickt das Deutsche Krebsforschungszentrum erneut Fragebögen zum Thema Rauchgewohnheiten an zufällig ausgewählte Personen im Alter von 50 bis 69 Jahren aus dem Rhein-Neckar-Kreis. Die Befragung ist Teil einer seit Herbst 2007 laufenden Studie mit dem Ziel, die Methoden für eine frühzeitige Diagnose von Lungenkrebs und damit die Heilungschancen dieser häufig tödlich verlaufenden Tumorerkrankung zu verbessern.

Die Fragebögen werden dieses Mal verschickt an Personen aus Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg und dem Neckar-Odenwald-Kreis. Die Empfänger sind gebeten, Angaben zu ihren Rauchgewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand zu machen und die ausgefüllten Bögen zurückzuschicken. Die erhobenen Daten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht und werden nach den gesetzlichen Vorschriften des Datenschutzes behandelt. Für die Auswertung werden sie pseudonymisiert, so dass Rückschlüsse von den Studienergebnissen auf Einzelpersonen nicht möglich sind.

Aus den Rücksendungen der Fragebögen werden Teilnehmer für die vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit der Thorax-Klinik Heidelberg geleiteten Früherkennungsstudie LUSI (Lungenkrebs-Screening-Interventionsstudie) ausgewählt. "Wir wollen mit dieser Studie prüfen, wie gut die Mehrschicht-Computertomographie (MSCT) geeignet ist, Lungenkrebs in einem sehr frühen und damit noch gut behandelbaren Stadium zu erkennen", erläutert der Studienleiter Professor Nikolaus Becker, Epidemiologe im Deutschen Krebsforschungszentrum. Lungenkrebs ist derzeit die am häufigsten tödlich verlaufende Krebserkrankung. "Da die Diagnose meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt wird, sterben 85 bis 90 Prozent aller Lungenkrebspatienten in den ersten fünf Jahren nachdem die Krankheit entdeckt wurde", führt Becker weiter aus. "Wird diese Krebsart dagegen bereits in einem sehr frühen Tumorstadium erkannt, ist die Prognose weitaus günstiger. Ein effizientes und sicheres Früherkennungsverfahren für Lungenkrebs kann also helfen, Leben zu retten."

Die ausgewählten Teilnehmer der LUSI-Studie werden zu Untersuchungen in den Räumen des Deutschen Krebsforschungszentrums eingeladen. Dazu gehören unter anderem eine Blutentnahme sowie das Angebot einer Raucherentwöhnungsberatung. Eine wiederum zufällig ausgewählte Hälfte der Teilnehmer wird zudem einem Lungenfunktionstest sowie einer Mehrschicht-Computertomographie unterzogen. Diese Untersuchungen werden im Abstand von jeweils zwölf Monaten insgesamt fünf Mal durchgeführt. Die MSCT liefert trotz niedriger Strahlungsmenge aussagekräftige Bilder. Damit liegt die Strahlenbelastung für die Teilnehmer in der Größenordnung der durchschnittlichen Dosis der Gesamtbevölkerung.

Insgesamt soll die gemeinschaftlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanzierte LUSI-Studie 4000 Personen umfassen. Sie steht in Zusammenhang mit Untersuchungen in ganz Europa und den USA, an denen rund 78 000 Menschen teilnehmen sollen. Aussagekräftige Ergebnisse über die Früherkennung von Lungenkrebs mithilfe der MSCT liegen frühestens 2015 vor.

Weitere Informationen zur LUSI-Studie finden Sie unter: http://www.dkfz-heidelberg.de/de/epidemiologie-krebserkrankungen/arbeitsgr/epipraev/ep_p03_lungscr.html

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung: 13.01.2010 Seitenanfang