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DKFZ-Nachwuchswissenschaftler Dr. Tobias Dick erhält den Chica-und-Heinz-Schaller-Preis

Nr. 07 | 04.02.2009 | von (lw/fs)

Dr. Tobias Dick, Leiter der Nachwuchsgruppe Redoxregulation am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), erhält den Chica-und-Heinz-Schaller-Förderpreis 2008. Für die wissenschaftliche Arbeit zur Aufklärung von Oxidations- und Reduktionsprozessen in Zellen erhält Dick 100.000 Euro Preisgeld.

Vergrößerte Ansicht Dr. Tobias Dick | © dkfz.de

Krebs, Parkinson, Alzheimer, Herzkreislauferkrankungen und Alterungsprozesse – alle diese Phänomene hängen mit oxidativem Stress zusammen. Reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen wie die „freien Radikale“ sind oxidierende Moleküle und entstehen unter anderem als Nebenprodukte der Zellatmung. Sind sie im Übermaß in der Zelle vorhanden, schädigen sie Zellbestandteile und lösen damit oxidativen Stress aus.

Heute weiß man, dass die reaktionsfreudigen Sauerstoffmoleküle auch an der Steuerung von wichtigen Lebensprozessen in Zellen beteiligt sind. Sie werden außerdem bei Entzündungen zur Abwehr gegen Bakterien und Viren vom Immunsystem produziert.

Tobias Dick und seine Forscherkollegen untersuchen die Signal- und Steuerungsfunktion von reaktionsfreudigen Sauerstoffverbindungen. Sie interessiert vor allem wie oxidative Vorgänge das Verhalten von Zellen beeinflussen. Die Wissenschaftler entwickelten dafür einen Biosensor, der Oxidations- und Reduktionsprozesse in der Zelle sichtbar macht. Der große Vorteil des Biosensors ist, dass er in sekundengenauer Auflösung den Oxidationszustand und damit den „Stresspegel“ lebender Zellen misst, ohne diese dabei zu zerstören.

Über die Anerkennung der wissenschaftlichen Arbeit seiner Arbeitsgruppe und das damit verbundene Preisgeld freut sich Tobias Dick sehr. „Damit kann ich zum Beispiel ein neues Gerät oder einen zusätzlichen Doktoranden finanzieren“, so Dick, „besonders hilfreich ist es, dass man die finanziellen Mittel so flexibel einsetzen kann“.

Die Chica-und-Heinz-Schaller-Stiftung vergibt jährlich den Förderpreis an herausragende Nachwuchswissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Hamburg, die selbständige und unabhängige Arbeitsgruppen führen. Damit fördert die Stiftung originelle, zukunftsträchtige wissenschaftliche Arbeiten aus dem Bereich der molekularen biomedizinischen Forschung. Der Förderpreis ist mit 100.000 Euro dotiert, wovon 10.000 Euro privat genutzt werden dürfen. Die Stifter Chica und Heinz Schaller möchten jungen Wissenschaftlern bessere Zukunftsperspektiven ermöglichen. Mit dem Preisgeld können Nachwuchswissenschaftler unabhängige Forschungsprojekte finanzieren, die laut der Stifter in der gegenwärtigen Universitätsstruktur nur begrenzt realisierbar seien.

Tobias Dick wurde 1968 in Remscheid geboren und studierte Biochemie an der FU Berlin. Nach seiner Promotion bei Prof. Hans-Georg Rammensee an der Universität Tübingen, forschte er fünf Jahre im Labor von Prof. Peter Cresswell im Howard Hughes Medical Institute an der Yale Universität in New Haven, USA. Seit März 2003 leitet Dick die Boveri-Nachwuchsgruppe Redoxregulation am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Letzte Aktualisierung: 04.02.2009 Seitenanfang