Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Grenzwerte für Tabakrauch wissenschaftlich unhaltbar

Appell des Deutschen Krebsforschungszentrums für hundert Prozent rauchfreie öffentlich zugängliche Innenräume

Nr. 12 | 21.02.2007 | von (Koh/MPL)

Tabakrauch ist ein komplexes Giftgemisch aus über 4800 Stoffen, von denen mehr als 70 Einzelsubstanzen Krebs erzeugen und das Erbgut schädigen können. In der neuesten Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums über die Unzulänglichkeit von Lüftungsanlagen wird der wissenschaftliche Konsens nationaler und internationaler Sachverständigengremien zusammengefasst. Danach besteht Einigkeit, dass Tabakrauch wegen seiner Vielzahl von Giften nicht wie andere Schadstoffe bewertet werden kann, die beispielsweise bei industriellen Prozessen entstehen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum stützt sich auf das toxikologische Grundwissen, dass für Kanzerogene des Tabakrauchs, die das Erbgut angreifen, keine gesundheitsbasierten Grenzwerte angegeben werden können. Hinzu kommt, dass Tabakrauchpartikel nicht mit herkömmlichem Feinstaub verwechselt werden dürfen: Im Gegensatz zu diesem enthalten sie einen gewissen Anteil an Feuchtigkeit, benetzen dadurch Oberflächen und entlassen mit der Zeit ihre zahlreichen krebserzeugenden Komponenten. Folglich verbleiben selbst bei sehr guter Entlüftung immer noch genügend Substanzen im Raum, von denen ein Krebsrisiko ausgeht. Ein "technischer Nichtraucherschutz", wie er von der Tabakindustrie und einigen Herstellern von Lüftungsanlagen für öffentliche Räume angeboten wird, ist wissenschaftlich nicht vertretbar.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum appelliert daher an die politischen Entscheidungsträger, nur zu hundert Prozent rauchfreie öffentlich zugängliche Innenräume, darunter selbstverständlich auch die der Gastronomie, zuzulassen.

Die Publikation des Deutschen Krebsforschungszentrums "Unzureichender Gesundheitsschutz vor Tabakrauch beim Einsatz von lüftungstechnischen Anlagen" ist abrufbar unter www.tabakkontrolle.de

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Archiv Pressemitteilungen

Durchsuchen Sie unser Pressemitteilungsarchiv nach einem bestimmten Thema oder Jahr für Jahr.

RSS-Feed auf www.dkfz.de

Sie können unseren RSS-Feed ganz einfach abonnieren - unkompliziert und kostenlos.

RSS-Feed
nach oben