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Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie

Prof. Dr. Wolfgang Wick

Die klinisch orientierte Forschung hat einen Schwerpunkt in der Etablierung diagnostischer, prognostischer und prädiktiver Biomarker bei malignen Gliomen. Diese Forschung wird vor allem gemeinsam mit der Abteilung Epigenetik und mit Förderung des BMBF durchgeführt. Sie fußt auf zwei randomisierten aus der Neuroonkologie koordinierten Studien. In einem zweiten Schwerpunkt sollen molekulare Mechanismen verschiedener zielgerichteter Therapien bei Glioblastomen entschlüsselt werden. Beispiele sind der Proteinkinase C beta Inhibitor, Enzastaurin, der mammalian target of rapamycin Inhibitor, Temsirolimus und der lösliche CD95 Rezeptor, APG101. Bei diesen Substanzen interessiert auch die Interaktion mit der Radiotherapie. Ein bereits seit vielen Jahren intensiv verfolgtes Thema ist die Entwicklung hämatopoietischer Stammzellen als therapeutische Vehikel für die Gliomtherapie. Der Fokus liegt auf der Entschlüsselung des Läsionstropismus und der Nutzung klinisch einsetzbarer lentiviraler Transduktionssysteme. Vor allem mit Blick auf dem vaskulären endothelialen Wachstumsfaktorrezeptor 2 und dem regulator of G protein signaling 4 möchte die Gruppe außerdem die fundamentalen Prinzipien der evasiven Resistenz sowohl gegenüber der antiangiogenen als auch -adaptiert- der Radiotherapie verstehen. Zusammenfassend werden die Projekte aus klinischen Fragen gespeist. Es besteht zudem das klare Ziel, diese Projekte zeitnah in klinische Projekte zu übertragen.

Der erste neue Biomarker, der mutmaßlich erstmals bei anaplastischen Gliomen prädiktiv für Therapieentscheidungen ist, wird funktionell charakterisiert, weiterentwickelt und hinsichtlich seiner Rolle bei anderen onkologischen Erkrankungen untersucht. Mit einem ähnlichen wissenschaftlichen Ansatz wird in der nahen Zukunft eine Kohorte von älteren Patienten mit malignen Gliomen hinsichtlich differentieller epigenetischer Muster im Vergleich zum Standardgliom bei mittelalten Patienten untersucht. Ziel ist es, die vergleichsweise noch deutlich schlechtere Prognose zu verstehen. Aus diesen Untersuchungen und der Forschung an den molekularen Mechanismen der zielgerichteten Therapien sollen außerdem neue Zielmoleküle für therapeutische Interventionen entwickelt werden. Bei diesen Projekten wird der Einsatz von Komponentenserienuntersuchungen gesetzt. Durch die Rekrutierung einer Gruppe für Multiphotonen-Mikroskopie in die KKE Neuroonkologie wurde außerdem der Antiangiogenese- und Metastasierungsschwerpunkt deutlich verstärkt. Ziel dieser Projekte ist das funktionelle Verständnis der Wirkweise antiangiogener Therapien und die Entschlüsselung der Entstehung von Hirnmetastasen. Wie schon einige andere Projekte, zeigen diese Studien eine starke Vernetzung mit der KKE Neuropathologie und der experimentellen Bildgebung in der Kopfklinik und am DKFZ. Hierdurch wird ein frühzeitiger Transfer von Erkenntnissen in die Klinik unterstützt.

Ausgewählte Publikationen

Weiler M, Blaes J, Pusch S, Sahm F, Czabanka M, Luger S, Bunse L, Solecki G, Eichwald V, Jugold M, Hodecker S, Osswald M, Meisner C, Hielscher T, Rübmann P, Pfenning PN, Ronellenfitsch M, Kempf T, Schnölzer M, Abdollahi A, Lang F, Bendszus M, von Deimling A, Winkler F, Weller M, Vajkoczy P, Platten M, Wick W. mTOR target NDRG1 confers MGMT-dependent resistance to alkylating chemotherapy. Proc Natl Acad Sci U S A. 2014 Jan 7;111(1):409-14.

Wick W, Meisner C, Hentschel B, Platten M, Schilling A, Wiestler B, Sabel MC, Koeppen S, Ketter R, Weiler M, Tabatabai G, von Deimling A, Gramatzki D, Westphal M, Schackert G, Loeffler M, Simon M, Reifenberger G, Weller M. Prognostic or predictive value of MGMT promoter methylation in gliomas depends on IDH1 mutation. Neurology. 2013 Oct 22;81(17):1515-22.

Wiestler B, Claus R, Hartlieb SA, Schliesser MG, Weiss EK, Hielscher T, Platten M, Dittmann LM, Meisner C, Felsberg J, Happold C, Simon M, Nikkhah G, Papsdorf K, Steinbach JP, Sabel M, Grimm C, Weichenhan D, Tews B, Reifenberger G, Capper D, Müller W, Plass C, Weller M, Wick W; Neuro-oncology Working Group (NOA) of the German Cancer Society. Malignant astrocytomas of elderly patients lack favorable molecular markers: an analysis of the NOA-08 study collective. Neuro Oncol. 2013 Aug;15(8):1017-26.

Weiler M, Pfenning PN, Thiepold AL, Blaes J, Jestaedt L, Gronych J, Dittmann LM, Berger B, Jugold M, Kosch M, Combs SE, von Deimling A, Weller M, Bendszus M, Platten M, Wick W. Suppression of proinvasive RGS4 by mTOR inhibition optimizes glioma treatment. Oncogene. 2013 Feb 28;32(9):1099-109.

Letzte Aktualisierung: 06.02.2014 Seitenanfang