Abteilung Molekulare Immunologie
Prof. Dr. Bernd Arnold

Unser Ziel ist es, grundlegende Mechanismen der immunologischen Tumorabwehr aufzuklären, um hieraus neue immuntherapeutische Strategien zu entwickeln. Die Arbeitsgruppen der Abteilung konzentrieren sich auf folgende Schwerpunkte:
Antigenpräsentation: T-Lymphozyten werden nur dann erfolgreich aktiviert, wenn sie Antigen erkennen, das durch dendritische Zellen präsentiert wird. Die Homeostase und die stimulatorische Kapazität von dendritischen Zelllen für Tumorantigene sowie die biophysikalischen Kräfte der Interaktion von T-Zellen und dendritischen Zellen sind deshalb wichtige Themen unserer Arbeit.
Periphere Toleranz: Erkennung von Tumorantigenen durch T-Lymphozyten führt häufig zur Toleranz, weshalb der Tumor nicht attackiert wird. Wir konzentrieren uns deshalb auf die Aufklärung der molekularen Mechanismen, die zur Toleranzinduktion führen. Dabei haben wir kürzlich mit Dickkopf 3 einen neuen Immunmodulator identifiziert, der T-Zellreaktionen begrenzen kann und möglicherweise von Tumoren gegen das Immunsystem eingesetzt wird.
Tumor-Mikroumgebung. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass die Tumorvaskulatur die Infiltration von T-Lymphozyten in das Tumorgewebe verhindern kann. Eine proinflammatorische Modulation der Tumorvaskulatur, z.B. durch lokale Bestrahlung, durch Inaktivierung des „regulator of G protein signalling-5“ Gens oder durch Depletion von regulatorischen T-Zellen, bewirkt jedoch eine starke Infiltration und damit eine Zerstörung des Tumors durch T-Lymphozyten.
Alle weiteren Informationen finden Sie auf der englischen Seite.
Die Abteilung für Molekulare Immunologie wird weiterhin daran arbeiten, grundlegende Mechanismen der immunologischen Tumorabwehr aufzuklären. Wir verfolgen dabei folgende Ziele:
Periphere Toleranz: Gewebe, die durch starke Entzündungsreaktionen irreversiblen Schaden erleiden würden, wie z.B. das Gehirn und das Auge, bilden ein immunsuppressives Milieu, um Immunreaktionen zu begrenzen. In ähnlicher Weise können Tumore eine tolerogene Mikroumgebung erzeugen, die eine weitere Entwicklung des Tumors fördert und eine erfolgreiche Impfung gegen den Tumor verhindert. Da die zellulären und molekularen Grundlagen der Toleranzinduktion und der Erhaltung von Toleranz noch weitgehend unbekannt sind, beschäftigen wir uns mit den Mechanismen, die gesunde Organe und Tumore nutzen, um Immunreaktionen zu begrenzen.
Tumor-Mikroumgebung: Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass eine Reihe von Strategien, die die Tumorvaskulatur normalisieren kann, eine Infiltration von T-Lymphozyten in das Tumorgewebe verstärken und damit zu einer Eliminierung des Tumors führen kann. Wir werden daher die zellulären und molekularen Mechanismen analysieren, welche die Mikroumgebung, die Normalisierung der Gefäße und die T-Zellinfiltration beeinflussen. Die Identifizierung entsprechender Faktoren ist sehr wichtig für eine Verbesserung immuntherapeutischer Ansätze.
Ausgewählte Publikationen
Garbi N, Tanaka S, Momburg F, Hämmerling GJ. Impaired assembly of the MHC class I peptide loading complex in mice deficient for the oxidoreductase ER60. Nat. Immunol. 7(1):93-102, 2006
Reibke R, Garbi N, Ganss R, Hämmerling GJ, Arnold B, Oelert T. CD8+ regulatory T cells generated by neonatal recognition of peripheral self-antigen. Prot.Natl.Acad.Sci. 103(41):15142-15147, 2006
Hamzah J, Jugold M, Kiessling F, Rigby P, Manzur M, Marti HH, Rabie T, Kaden S, Gröne HJ, Hämmerling GJ, Arnold B, Ganss R. Vascular normalization in RGS5-deficient tumors promotes immune destruction. Nature 453(7193):410-414, 2008
Hochweller K, Wabnitz GH, Samstag Y, Suffner J, Hämmerling GJ, Garbi N. Dendritic cells control T cell tonic signalling required for responsiveness to foreign antigen. Proc.Natl.Acad.Sci. 107(13):5931-5936, 2010