Forschungsprojekte der Abteilung Medizinische Physik in der Strahlentherapie
Inhaltsübersicht
Überblick
Bei etwa 20% aller Krebspatienten besteht das Problem, daß das lokale Therapieverfahren versagt und es zu einer Neubildung des Tumors kommt. Aus diesem Grunde ist es dringend notwendig, bestehende Therapieverfahren weiter zu verbessern und neue, wirksamere Therapietechniken für lokal wachsende, abgrenzbare Tumoren zu entwickeln.
Die Abteilung Medizinische Physik in der Strahlentherapie konzentriert sich auf die Entwicklung der sogenannten Konformations-Strahlentherapie. Ziel dieser Bestrahlungstechnik eine hochdosierte Strahlenbehandlung, bei der die räumliche Verteilung der Strahlenwirkung genau der Form des Tumors angepaßt ist. Bei der Einführung dieser neuen Strahlentherapieform war die Abteilung erfolgreich mit der Entwicklung der dreidimensionalen Therapieplanung, der stereotaktischen Radiochirurgie, der konformen Präzisions-Strahlentherapie, der inversen Therapieplanung, der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) und der Strahlentherapie mit Kohlenstoff-12 Ionen.
Neben den Projekten der Teilchentherapie wird sich unsere Forschungsarbeit auf die Entwicklung neuer mathematischer und biologischer Modelle zur Beschreibung von Tumorkontrolle (TCP) und Normalgewebsreaktionen (NTCP) sowie die Berücksichtigung dynamischer Veränderung des Zielvolumens und der Risikoorgane während der Therapie konzentrieren. Ein neues Projekt in diesem Zusammenhang ist die sogenannte "adaptive Kegelstrahltherapie". Diese neue Form der Strahlentherapie zeichnet sich dadurch aus, daß die zeitlichen und räumlichen Veränderungen im Körperinneren durch bildgebende 3D-Verfahren während der Therapie erfaßt werden und damit eine wesentlich gesteigerte Genauigkeit einer Strahlenbehandlung erreicht werden kann. Auf der Grundlage der Erfahrungen und der Techniken die in den letzten Jahren in der Strahlentherapie gesammelt und entwickelt werden konnten, wird sich die Abteilung ebenfalls mit neuen Verfahren in der Neurochirugie beschäftigen. Die neurochirurgischen Entwicklungen für eine minimal invasive Tumortherapie mit Kurzpulslasern gründen sich dabei auf dreidimensionale Therapieplanungsverfahren und stereotaktische Behandlungstechniken.
Entwicklung von Software- und Hardwaresystemen wird in enger Zusammenarbeit mit medizin-technischen Firmen durchgeführt (MRC-Systems GmbH, Heidelberg, Leibinger GmbH, Freiburg, SMS / OCS, Heidelberg und Concord, Californien).
Einer der großen Vorteile unserer Abteilung sind die hervorragenden Kooperationsmöglichkeiten innerhalb des Forschungsschwerpunktes "Bildgebung und Radio-Onkologie": Die Entwicklungen können in enger Zusammenarbeit mit der klinischen Kooperationseinheit Strahlentherapeutische Onkologie im Rahmen von klinischen Studien eingeführt und evaluiert werden.