Langzeit-Lebensqualität nach Brust-, Kolorektal- und Prostatakrebs.

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Hintergrund

Etwa jeder dritte Europäer erkrankt in seinem Leben an Krebs. In Deutschland erkranken jährlich 229.900 Männer und 252.600 Frauen an Krebs. Erfreulicherweise haben sich während der letzten Jahrzehnte die Langzeitüberlebensraten bei den meisten Krebserkrankungen deutlich verbessert. Basierend auf den aktuellsten verfügbaren Prävalenzdaten leben in Deutschland ca. 4 Millionen Männer und Frauen mit einer Krebsdiagnose. Hierbei stellen Brust- (31%), Darm- (13%) und Prostatakrebs (25%) die häufigsten Krebsarten dar.
Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung bei den Langzeitüberlebensraten gewinnen Aspekte der Lebensqualität, der aktuellen Lebenssituation sowie die Frage nach möglichen Spätfolgen zunehmend an Bedeutung. Im internationalen Sprachgebrauch hat sich hierfür auch der Begriff „Cancer Survivorship“ etabliert, der sich am besten mit „Leben mit Krebs – Leben nach Krebs“ übersetzen lässt.

Ziele der Studie

Um das Wissen hinsichtlich der Langzeit-Lebensqualität von Krebspatienten zu erweitern, führte das Deutsche Krebsforschungszentrum in Kooperation mit ausgewählten Krebsregistern der Länder die CAESAR-Studie durch. Die Abkürzung „CAESAR“ steht für „Cancer Survivorship – a multi-regional population-based study“. Die Studie wurde durch die Deutsche Krebshilfe gefördert und soll dazu beitragen:

1) die langfristigen Folgen einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung besser zu verstehen,
2) Ansätze zur Prävention langfristiger gesundheitlicher Einschränkungen zu entwickeln und
3) die Versorgung und Gesundheit von Langzeitüberlebenden zu verbessern.

Studiendesign und Ablauf

Die Studie wurde ab Juli 2009 bevölkerungsbezogen in sechs Bundesländern (Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Bremen und Saarland) durchgeführt.
An der Studie haben über 7000 Personen mit einer mindestens 5 Jahre zurückliegenden Diagnose von Brust-, Darm- oder Prostatakrebs teilgenommen.
Den Studienteilnehmern wurde von den regionalen Studienzentren der beteiligten Bundesländer ein Fragebogen zugesendet, welche diese dann zu Hause ausfüllten und an das Studienzentrum zurücksendeten.
Mit dem Fragebogen wurden neben der Lebensqualität auch der aktuelle Gesundheitsstatus sowie negative und auch positive Effekte einer Krebserkrankung erfasst. Die Ersterhebung ist mittlerweile abgeschlossen. Eine Nacherhebung ist für 2017/2018 geplant.

Bisher erschienene Publikationen

  1. Zeissig SR, Bertram H, Eberle A, et al. Lebensqualität nach Brust-, Darm-, und Prostatakrebs: Start der CAESAR-Studie in Rheinland-Pfalz. Ärzteblatt Rheinland-Pfalz 2010;2010(7):19.
  2. Jansen L, Herrmann A, Stegmaier C, et al. Health-related quality of life during the 10 years after diagnosis of colorectal cancer: a population-based study. J Clin Oncol 2011;29(24):3263-9.
  3. Koch L, Bertram H, Eberle A, et al. Lebensqualität von Langzeitüberlebenden nach Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Forum – Deutsche Krebsgesellschaft e.V. 2013;28(1):43-47.
  4. Koch L, Jansen L, Herrmann A, et al. Quality of life in long-term breast cancer survivors - a 10-year longitudinal population-based study. Acta Oncol 2013;52(6):1119-28.
  5. Koch L, Bertram H, Eberle A, et al. Fear of recurrence in long-term breast cancer survivors-still an issue. Results on prevalence, determinants, and the association with quality of life and depression from the cancer survivorship--a multi-regional population-based study. Psychooncology 2014;23(5):547-54.
  6. Waldmann A, Bredehoeft M, Koch-Gallenkamp L, et al. Social support is associated with mental health and health-related quality of life in breast cancer survivors: results from the German population-based, multiregional CAESAR-Study. Quality of Life Research 2015;24:88-89.
  7. Zeissig SR, Singer S, Koch L, et al. Inanspruchnahme psychoonkologischer Versorgung im Krankenhaus und in Krebsberatungsstellen durch Brust-, Darm- und Prostatakrebsuberlebende. Psychother Psychosom Med Psychol 2015;65(5):177-82.
  8. Zeissig SR, Singer S, Koch L, et al. Utilisation of psychosocial and informational services in immigrant and non-immigrant German cancer survivors. Psychooncology 2015;24(8):919-25.
  9. Koch-Gallenkamp L, Bertram H, Eberle A, et al. Fear of recurrence in long-term cancer survivors--Do cancer type, sex, time since diagnosis, and social support matter? Health Psychol 2016;35(12):1329-1333.
  10. Arndt V, Koch-Gallenkamp L, Jansen L, et al. Quality of life in long-term and very long-term cancer survivors versus population controls in Germany. Acta Oncol 2017;56(2):190-197.
  11. Koch-Gallenkamp L, Bertram H, Eberle A, et al. Progredienzangst ≥5 Jahre nach Krebsdiagnose. Der Onkologe 2017;23(4):295-299.


Projektleitung

PD Dr. med. Volker Arndt,
Prof. Dr. med. Hermann Brenner
Deutsches Krebsforschungszentrum
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg

Kontakt

Sie interessieren sich für die CAESAR-Studie oder haben Fragen?
Dann wenden Sie sich bitte an unser zentrales Studienzentrum in Heidelberg

Studienkoordination

Linda Weißer (M. Sc.)
Studienkoordination CAESAR-Studie
Deutsches Krebsforschungszentrum
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
Tel. 06221-421337
Email: l.weisser@dkfz.de

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