Tumor-Genomforschung
Um die Gene zu identifizieren, die an der Entstehung und Entwicklung maligner Zellen beteiligt sind, werden in unserer Abteilung klinisch eingehend beschriebene Tumorproben mittels der sog. Fluoreszenz In Situ Hybridisierung (FISH) untersucht (Abb. 1A, B). Darüber hinaus setzen wir die Vergleichende Genomische Hybridisierung (CGH) als Screening-Methode zur Aufdeckung häufig auftretender numerischer Chromosomenveränderungen in Tumoren ein. Solche numerischen Veränderungen können Hinweise auf aktivierte Onkogene bzw. inaktivierte Tumorsupressorgene in bestimmten Tumortypen liefern (Abb 1C) Die Ergebnisse unserer Untersuchungen werden durch weitere Analysen vervollständigt, z. B. durch die Matrix-CGH, dem Expression Profiling oder bioinformatischen Verfahren.
Abb.1: Analyse chromosomaler Veränderungen in Tumorzellgenomen mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung (FISH). (A) FISH auf Metaphasechromosomen aus Hodgkin Lymphom Zellen. Das Beispiel zeigt die Verdoppelung einer Region auf Chromosom 2(c-Rel Onkogen). (B) Interphasezytogenetik. Im Beispiel sieht man eine FISH-Untersuchung an Interphasekernen aus Zellen der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL). Die rot angefärbte Probe stammt aus einer Region auf Chromosom 7, die grün angefärbte von einem Bereich auf Chromosom 13 (RB-1 Tumorsupressorgen). Während die rot angefärbte Probe ein normales Muster (2 Signale pro Kern) zeigt, findet sich im Fall der grün angefärbten Probe nur 1 Signal, d.h. in diesen Leukämiezellen ist das RB1-Gen deletiert. (C) Beispiel eines CGH-Experiments. Gesamt-genomische DNA aus Tumorzellen (grün) wird zusammen mit einer unterschiedlich markierten genomischen Kontroll-DNA aus normalen Zellen (rot) auf normale Metaphasechromosomen hybridisiert. Chromosomale Zugewinne oder Verluste werden durch das Verhältnis der Hybridisierungsintensitäten von Tumor- und normaler DNA ermittelt. Zugewinne im Tumor resultieren in einem erhöhten Intensitätsverhältnis von Tumor und Kontroll-DNA (grünlichere Anfärbung der entsprechenden Chromosomen). Verluste im Tumor resultieren in einem verringerten Verhältnis zwischen Tumor und Kontroll-DNA (rötlichere Anfärbung der Chromosomen).