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Abteilung Tumorvirologie

Prof. Dr. Jean Rommelaere

Behandlung eines intrazerebralen Rattenglioms mit Parvovirus H-1 (H-1PV). Magnetresonanz-Darstellung eines Rattengehirns mit einem Tumor zum Zeitpunkt der Infektion mit H-1PV (links) und 8 Tage später (rechts): vollständige Rückbildung des Tumors nach Infektion.
Vergrößerte Ansicht Behandlung eines intrazerebralen Rattenglioms mit Parvovirus H-1 (H-1PV). Magnetresonanz-Darstellung eines Rattengehirns mit einem Tumor zum Zeitpunkt der Infektion mit H-1PV (links) und 8 Tage später (rechts): vollständige Rückbildung des Tumors nach Infektion.

Die Abteilung “Tumorvirologie” müsste eigentlich “Anti-Tumorvirologie” heißen, da ihr Ziel darin besteht, onkolytische Viren (Viren, die vorzugsweise Tumorzellen töten) und virale Vektoren (die therapeutische Gene in kranke Zellen - auch Krebszellen - übertragen) zu entwickeln. Unsere Aktivitäten haben zum Start einer klinischen Studie mit dem onkolytischen Parvovirus H-1 zur Behandlung von bösartigem Hirntumor geführt. Vier primäre Forschungsschwerpunkte werden zur Zeit weiterentwickelt.

1. Grundlegende Untersuchung der Wechselwirkung onkolytischer Parvoviren (PV) mit ihren Wirtszellen, mit besonderem Fokus auf (i) zelluläre Marker, die die Empfindlichkeit von Tumorzellen gegenüber einer Behandlung mit PV voraussagen können, (ii) PV Determinanten des Wirtsspektrums, (iii) molekulare Stoffwechselwege, die an den onkotoxischen und zytostatischen Eigenschaften des Parvovirus beteiligt sind, und (iv) die PV-vermittelte Einschleusung von Zyto-, und Chemokinen in Tumoren bzw. ihrem Mikromilieu.
2. Machbarkeitsprüfung zukünftiger klinischer Studien mit onkolytischen Parvoviren einschließlich (i) präklinische Evaluierung der H-1PV Therapie zur Behandlung weiterer Malignome (neben Gliomen), insbesondere Pankreaskarzinome und embryonale Tumore des Nervensystems, (ii) Entwicklung von neuen Anti-Krebs-Strategien basierend auf der Kombination von H-1PV mit anderen Agenzien, (iii) Herstellung einer neuen Generation von Parvoviren (bzw. Vektoren), die mit einer verbesserten Anti-Krebs-Wirksamkeit ausgestattet sind.
3. Unterstützung der laufenden klinischen Studie durch begleitende Forschung zum Virusverbleib und dessen Auswirkungen auf den behandelten Patienten.
4. Standardisierung und Verbesserung der Virusproduktion und -reinigung sowie Qualitäts-, und Quantitätskontrolle für PV-Anwendungen beim Menschen.

Ausgewählte Publikationen

Rommelaere, J., Geletneky, K., Angelova, A.L., Daeffler, L., Dinsart, C., Kiprijanova, I., Schlehofer, J.R. and Raykov, Z. (2010). Oncolytic parvoviruses as cancer therapeutics. Cytokine and Growth Factor Reviews, 21, 185-195

Nüesch, J.P.F., Lacroix, J., Marchini, A. and Rommelaere, J. (2012). Molecular pathways: rodent parvoviruses: mechanisms of oncolysis and prospects for clinical cancer treatment. Clinical Cancer Research, 18, 3516-3523.

Grekova, S., Rommelaere, J. and Raykov, Z. (2012). Parvoviruses: tools to fine-tune anticancer immune responses. OncoImmunology, 1, 1417-1419.

Nüesch, J.P.F. and Rommelaere, J. (2014). Tumor suppressing properties of rodent parvovirus NS1 proteins and their derivatives. Advances in Experimental Medicine and Biology, 818, 99-124.

Letzte Aktualisierung: 19.09.2014 Seitenanfang