Projekte der Arbeitsgruppe Epidemiologische Grundlagen der Krebsprävention

Fall-Kontrollstudie zur Ätiologie von Lymphomen

Lymphome gehören zu den wenigen Krebsarten, für die die Inzidenz in Deutschland weiterhin ansteigt. Im internationalen Schrifttum veröffentlichte Studien deuten daraufhin, daß das Antwortverhalten des Immunsystems sowie infektiöse Erreger an der Ätiologie von Lymphomen beteiligt sind. Diese beiden Bereiche sind Schwerpunkte einer Fall-Kontrollstudie, die im Jahr 1999 begonnen wurde, und deren Patientenrekrutierung Ende 2002 abgeschlossen wurde. Weitere zu berücksichtigende Faktoren sind eine Exposition gegenüber Pestiziden sowie berufliche Expositionen, beispielsweise gegenüber chemischen Agentien oder Asbest sein.
Ein weiterer Hintergrund der Studie ist die Tatsache, daß in den letzten Jahren eine moderne molekularbiologisch begründete Diagnostik und Klassifikation entwickelt wurde, die sich nun auch international durchgesetzt hat. Auf dieser Grundlage durchgeführte epidemiologische Untersuchungen lassen erwarten, daß Zusammenhänge zwischen spezifischen Expositionen und spezifischen Entitäten von Lymphomen eher gefunden werden können.
Die Studie wurde in sechs Regionen Deutschlands durchgeführt (Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis, Ludwigshafen/Vorderpfalz, Würzburg, Bielefeld, Hamburg und München). Die Kontrollgruppe wurde im Verhältnis 1 : 1 alters- und geschlechtsgleich aus der Allgemeinbevölkerung gezogen. Im Hinblick auf die Durchführung von Virusnachweisen und Untersuchungen zu genetischen Polymorphismen, bzw. Gen-Umwelt-Interaktionen wurden von Fällen und Kontrollen jeweils Blutproben genommen und eingefroren. Die Studie ist an dem deutschen Kompetenznetz Maligne Lymphome, dem europäischen kooperativen Projekt EPILYMPH sowie dem internationalen Kooperationsvorhaben INTERLYMPH beteiligt.

Veröffentlichungen mit Beteiligung der deutschen Studie

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