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Therapie mit Antikörpern

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Behandlung mit Antikörpern ist bei einigen Krebsarten bereits Routine geworden. So gehören Antikörper gegen das Oberflächenprotein CD20 bei Non-Hodgkin-Lymphomen bereits zur Standardtherapie. Diese Antikörper binden an Krebszellen und induzieren durch Aktivierung des Immunsystems den Tod der Tumorzellen. Ein Nachteil von CD20 als Angriffspunkt für die Antikörpertherapie ist seine oft schwache und bei manchen Typen von lymphoblastischen Leukämien sogar abwesende Expression. Um die Anwendung von therapeutischen Antikörpern bei Leukämien und Lymphomen zu verbessern und auch auf andere Tumorarten zu erweitern, identifizieren Mitglieder der Helmholtz-Allianz Immuntherapie neue geeignete Oberflächen-Antigene auf Tumorzellen.
Spezifische und effektive Antikörper werden nach einer Identifizierung in der Maus für die Anwendung im Menschen über gentechnische Methoden chimärisiert oder vollständig humanisiert. Die gentechnische Methoden bieten auch die Möglichkeit zwei Spezifitäten zu kombinieren. Bispezifische Antikörper bestehen aus je einer schweren und einer leichten Kette von zwei verschiedenen monoklonalen Antikörpern. Jeder Arm ist gegen ein anderes Antigen gerichtet, die beiden schweren Ketten bilden einen funktionell aktiven Fc-Teil, der an Antigen präsentierende Zellen binden kann. So können von einem Antikörpermolekül Antigene auf den Tumorzellen einerseits und auf den Effektor-Lymphozyten andererseits erkannt werden. Durch die Bildung dieses Komplexes kann es zu einer sehr effektiven Aktivierung der Immunzellen gegen die Tumorzelle kommen.
In der Allianz werden sowohl monospezifische als auch bispezifische Antikörper entwickelt. Teilweise liegen sie schon in humanisierter Form vor, teilweise sind sie auf dem Weg dahin. Eine weitere Variante, die sich in der Allianz in der Entwicklung befindet, sind Antikörperfragmente, die rekombinant in Bakterien hergestellt werden. Zum Beispiel können so verschiedene Spezifitäten, in Form von zwei verschiedenen variablen Teilen in einer Polypeptidkette kombiniert werden (single chain Antikörper).

Beteiligte Partner

Die Gruppen von Prof. Lipp und Dr. Moldenhauer beschäftigen sich zusammen mit anderen Mitgliedern der Allianz mit der zunächst präklinischen Entwicklung von bispezifischen Antikörpern, die auf der Seite der Effektorzelle gegen die Oberflächenproteine CD3 oder CD5 gerichtet sind und auf der Tumorseite entweder gegen CD19 oder den Cytokinrezeptor CXCR5. Die Überführung in die klinische Prüfung der am meisten versprechenden Kandidaten ist beabsichtigt. Deshalb ist ein weiteres Ziel die Humanisierung und oder rekombinante Herstellung der wichtigsten Antikörper.


Weitere Informationen

Die Gruppe von Prof. Pietschmann bearbeitet zusammen mit anderen Mitgliedern der Allianz ein Projekt, das sich mit der Generierung neuer gegen das Hepatitis C Virus gerichteter Antikörper beschäftigt.

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Letzte Aktualisierung: 07.10.2011 Seitenanfang